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Blitzmarathon 2015 in Sachsen-Anhalt: Hier wird am 16. April geblitzt

Blitzermarathon

Blitzer wie dieser werden am 16. April überall im Land stehen.

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dpa

Halle (Saale) -

Am kommenden Donnerstag heißt es von sechs bis 24 Uhr für alle Autofahrer wieder: „Runter vom Gas“. Sachsen-Anhalt beteiligt sich dann zum dritten Mal am Blitzer-Marathon. Der findet in ganz Deutschland statt und erstmals nehmen auch 20 Länder in Europa daran teil. Allein in Sachsen-Anhalt soll an 223 Stellen die Geschwindigkeit der Autofahrer überprüft werden.
Wie aus den bereits vom Innenministerium veröffentlichten Daten hervorgeht, wird auf allen Autobahnen im Land geblitzt. Auf der A 9 sind sogar zwei mobile Geräte unterwegs. Einen Schwerpunkt bildet zudem der Süden des Landes. Hier werden die Messgeräte besonders häufig aufgestellt. Spitzenreiter ist Halle, wo an 35 Orten im Stadtgebiet kontrolliert wird. Dabei sind vor allem die großen Verkehrsadern wie die Merseburger Straße, die Volkmannstraße und die Magistrale im Fokus. Die genauen Standorte werden allerdings nicht veröffentlicht.

Auch im Landkreis Mansfeld-Südharz wird oft kontrolliert. Dort soll es 26 Messstellen geben, die alle größeren Städte im Kreis abdecken. Zum Vergleich: In Magdeburg überprüfen Polizisten nur an elf zusätzlich Orten die Geschwindigkeit. Im Altmarkkreis Salzwedel, dem Schlusslicht, sind es sogar nur sechs Stellen.

138 Verkehrstote

Einen Grund für die Häufung im Süden gibt es laut Ralf Karlstedt nicht. „Zumindest haben wir hier nicht mehr Unfälle, die auf eine Überschreitung der Geschwindigkeit zurückzuführen sind als anderswo“, sagt der Sprecher der Polizeidirektion Süd, die auch die Messstellen auswählt. Wie im ganzen Land gelte aber, dass zu schnelles Fahren eine der Hauptursachen bei Zusammenstößen sei.

Das bestätigt auch Michael Kraska. „2014 war bei einem Viertel der Unfälle mit schwerem Personenschaden eine überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit die Ursache“, so der Sprecher des Innenministeriums. Das sei auch die Hauptmotivation für den Blitzer-Marathon. „Wir wollen die hohen Unfallzahlen ins Bewusstsein der Autofahrer bekommen“, sagt Kraska. Während im vergangenen Jahr die Gesamtzahl der Verkehrsdelikte einen historischen Tiefststand erreichte, sind die Unfälle mit Personenschaden angestiegen. Davon gab es landesweit 8242, wobei 138 Menschen tödlich verunglückten.

Schon bei der Vorstellung der Unfallbilanz 2014 hatte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) angekündigt, dass im Bereich der Geschwindigkeitskontrollen konsequenter durchgegriffen werden soll. Der Blitzer-Marathon ist ein Teil dieser Strategie. Er wird vom Land Nordrhein-Westfalen organisiert und fand 2013 und 2014 im Herbst statt.

Der frühe Zeitpunkt in diesem Jahr hat laut Innenministerium organisatorische Gründe. „Alle Bundesländer und auch die europäischen Staaten unter einen Hut zu bekommen, ist nicht einfach“, so Sprecher Kraska. Theoretisch wäre auch ein zweiter Termin im Herbst denkbar. Konkrete Pläne gebe es dazu allerdings noch nicht.

Um sechs Stunden verkürzt

Dass die Aktionstage durchaus wirkungsvoll sind, zeigen die Zahlen der vergangenen Jahre. Beim Marathon im Oktober 2013 wurden 1 201 Verstöße durch die Polizei festgestellt. Damals waren 448 Beamte an 180 Kontrollstellen im Einsatz. Ein Jahr später gab es 238 Messpunkte, an denen 310 Polizisten insgesamt 1436 Verkehrssünder registrierten. Der schnellste damals war ein Fahrer auf der Autobahn 9, der dort mit Tempo 186 anstatt der erlaubten 120 Kilometer gemessen wurde.
In diesem Jahr ist allerdings nicht mit einer ganz so hohen Zahl an Verkehrssündern zu rechnen, da der Marathon verkürzt wurde. Normalerweise dauert er 24 Stunden. Allerdings findet am 17. April in Köln die zentrale Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Absturzes statt. Der Marathon endet deswegen bereits am 16. April um 24 Uhr. (mz)