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Betrug an Patienten und Kassen: Zwei Ärzte verhaftet

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Berlin. Ein Großaufgebot von Ermittlern hat am Mittwoch 22 Arztpraxen und Wohnungen in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt durchsucht und zwei Ärzte verhaftet. Die beiden und ein weiterer Kollege werden verdächtigt, als Gesellschafter eines Berliner Medizinzentrums Patienten und Krankenkassen betrogen zu haben, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit. Insgesamt laufen Ermittlungen gegen die verantwortlichen Ärzte in 105 Praxen.

Die drei Hauptbeschuldigten sollen nach einem eingespielten System Patienten zu MRT-Untersuchungen an eine Einrichtung überwiesen haben, in der es keinen Arzt gab. Die Auswertung der Bilder habe dann ein anderer Radiologe ohne Kontakt zum Patienten übernommen, hieß es. Den Patienten wurden deutlich höhere Gebühren abverlangt, als das Trio an seine Helfer weiterleitete.

Die mehr als hundert weiteren Ärzte sollen in unterschiedlichem Maß an dem System beteiligt gewesen sein. «Der Gesamtschaden kann derzeit nur auf einen Betrag von mindestens 1,5 Millionen Euro geschätzt werden», so die Staatsanwaltschaft. An der Durchsuchungsaktion waren 76 Polizeibeamte beteiligt. (dpa)