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Ausbildung in Sachsen-Anhalt: Kooperation gegen das Scheitern von Azubis vereinbart

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Ein Drittel aller Azubis in Sachsen-Anhalt bricht nach Angaben der Arbeitsagentur die Lehre vorzeitig ab. (ARCHIVFOTO: DPA)

In Sachsen-Anhalt brechen besonders viele Azubis die Lehre ab. Etwa jeder Dritte. Ein Grund: falsche Vorstellungen vom Job.
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Magdeburg/dpa. 

Die Azubis haben Starköche wie Sarah Wiener oder Tim Mälzer im Blick, doch die Realität hinter dem Herd sieht anders aus. Es ist eng, es ist heiß, und der Ton kann schon mal rau werden, wenn viele Portionen gleichzeitig raus müssen. Folge: Viele Azubis schmeißen die Lehre vorzeitig hin. „Gerade die Gastronomie ist ein typisches Beispiel für die vielen Lehrabbrüche in Sachsen-Anhalt“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur in Halle, Lutz Mania. Um jungen Leuten frühzeitig ein realistisches Bild vom künftigen Job zu vermitteln, hat seine Agentur am Freitag in Magdeburg mit der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft eine Kooperation vereinbart.

Jeder Dritte Azubi in Sachsen-Anhalt bricht nach Angaben von Mania die Lehre ab. Damit nimmt das Land nach Mecklenburg-Vorpommern bundesweit den zweiten Platz ein. „Oft ist die Unkenntnis über die Anforderungen in dem künftigen Job der Grund für das Hinschmeißen“, sagte die Geschäftsführerin der Papenburg Bau- und Verwaltungsgesellschaft Halle, Angela Papenburg. So sollen Schülerpraktika helfen, den möglichen Job zu finden und die Unternehmen kennenzulernen.

Finde ein Schüler schließlich das für ihn passende Unternehmen, könne dann zusammen mit der Schule gezielt auf die künftige Lehre hingearbeitet werden, sagte Papenburg. So könne auch vermieden werden, dass wie im vergangenen Jahr 730 Ausbildungsstellen unbesetzt blieben, weil es keine passenden Bewerber gab.

„Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass viele Schüler nicht wissen, was sie werden wollen oder was es für Berufe gibt“, sagte der Geschäftsführer der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalts, Matthias Menger. Deshalb seien auch Vorträge und Präsentationen von Unternehmen in den Schulen vorgesehen. „Besonders kleine Firmen, die kaum Mittel und Zeit für Auftritte auf Lehrstellenbörsen oder Messen haben, aber auch Nachwuchs brauchen, sollen dabei zum Zug kommen. Die große Firmen bräuchten dies nicht so sehr, die hätten Experten für die Gewinnung von Lehrlingen.

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