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Auktions-Objekt 3: Brosche (Käfer)

Uhr | Aktualisiert 14.12.2012 20:45 Uhr
Angebot Nr. 3 der MZ-Auktion: Brosche, Startpreis 95 Euro. (FOTO: ANDREAS STEDTLER) 
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Dieser Käfer wirkt auf einem Pullover als Brosche sehr gut. Oder auch an einer Kette. Dafür hat er nämlich außer der Nadel noch eine Öse", erläutert Nicole Bolze den pfiffigen Doppelzweck des Schmuckstückes. Sechs Zentimeter groß ist das phantasievoll einem Bockhornkäfer nachempfundene Exemplar aus reinstem Silber.
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Halle (Saale)/MZ. 

Solch ein Stück entsteht in so vielen komplizierten Schritten, dass es gut und gerne schon mal eine Woche braucht, bis es fertig ist. Wie sie ausgerechnet zu den Käfern gekommen ist? "Das sind so reizvolle Insekten, die fand ich schon immer schön." Ihre Lust am Experimentieren kommt dazu. Wie damals vor zwei Jahren, als sie mit einer befreundeten Kollegin eine uralte Technik erprobte. Silber und Kupfer werden dabei unter Druck und Hitze miteinander verbunden. "Da wird dann so ein geschichteter Block draus, muss man sich wie "kalter Hund" vorstellen", lacht sie. Der werde dann in sich verdreht, immer wieder gefalzt und gewalzt, bis er eine holzähnliche Maserung zeigt. "Als unsere Schichtbleche dann endlich fertig waren, hatten die was von Insektenflügeln." Das habe sie gleich auf Käfer gebracht. "Dann habe ich sofort losgelegt". Wie so ein Arbeitsfieber sei das gewesen, bis der erste Käfer montiert war. "Keine Ahnung, wie lange das gedauert hat, bei der Kunst guckt man nicht auf die Uhr." Von diesem Käfer-Urtyp wurde eine Form gemacht und daraus eine streng auf 20 Stück limitierte Auflage gegossen, immer ein Unikat. Denn jeder Käfer wird anders bearbeitet. Glänzt dieser rein silbern, sind andere geschwärzt, emailliert oder mit Blattgold belegt.

Ein besonderes Stück - vielleicht - für den Gabentisch. Wobei Nicole Bolze findet: "Geschenke, die sollten nicht normal sein, man sollte viel öfter einfach mal zwischendurch was schenken, ohne Anlass. Einfach aus reiner Lust daran, jemanden zu überraschen." Umso größer sei die Freude. Bei dem, der damit überrascht wird und sicher auch bei dem der schenkt. "Denn das hat er sich ja extra ausgedacht, ohne den Zwang, dass nun unbedingt ein Geschenk her muss." So hält sie es auch gerne in der Familie, beim Mann und den beiden Kindern. Leider könne nicht jeder gut schenken. Denn das habe vor allem auch mit Zuhören können zu tun, "was in unserer eiligen Zeit mehr und mehr zurück geht."

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