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Auktions-Objekt 1: Keramikleuchter «Engelslicht»

Uhr | Aktualisiert 14.12.2012 22:17 Uhr
Angebot Nr. 1 der MZ-Auktion: Keramikleuchter, Startpreis 90 Euro (FOTO: ANDREAS STEDTLER) 
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Mein "Engelslicht, das passt ja schön zum Fest", sagt Christine Rammelt-Hadelich zu ihrer Leuchterfigur. "Aber wenn man diesen Engel genau anschaut, dann hat der auch etwas von einer Elfe. Der ist also keine rein weihnachtliche Figur. An dem kann man das ganze Jahr Freude haben."
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Halle (Saale)/MZ. 

Das passt zu der Vorstellung, die die Dessauer Keramikerin überhaupt zu Kunst und ihrem Gebrauch verbindet. "Natürlich ist Kunst Luxus", findet sie, aber lebensnotwendig." So sei solch ein Leuchter eben auch ein Stück Lebenskultur.

In dem Haus gleich gegenüber vom Bauhaus, in dem sie mit ihrem Grafiker-Ehemann Olaf Rammelt lebt, arbeitet und eine Galerie betreibt, schafft sie gerne mit Kerzen eine besondere Atmosphäre. In Vitrinen und Regalen sind denn auch etliche Leuchterfiguren zu entdecken. Jede gewissermaßen eine Persönlichkeit. "Die Figur an sich interessiert mich. Da probiere ich auch gerne aus, was man daraus entwickeln kann", erklärt sie ihre Herangehensweise. Die erfordert zugleich höchste handwerkliche Kunstfertigkeit. Denn an solch einer Engelfigur hängt eine ganze Woche Arbeit. Alleine das Montieren und freie Modellieren aus gewalzten Platten habe seine Tücken. "Fünf Millimeter dünn sind die Platten. Da kann leicht was brechen."

Sie verarbeitet verschiedene Tone, die bei Temperaturen um 1 100 Grad gebrannt werden. Mindestens drei Brände muss dann jedes der Stücke durchlaufen. Die sind partiell glasiert, wobei jede Glasur einen anderen Schmelzpunkt hat. Eine knifflige Sache mit erhöhter Fehlergefahr. Aber das ist ein Aufwand, den Christine Rammelt-Hadelich in Kauf nimmt, um genau den Effekt zu erzielen, der für ihre Arbeiten typisch ist: Die "Haut" ist purer Scherben in seiner schönen Mattheit und bildet einen reizvollem Kontrast zu den farbig glasierten Gewändern.

Mit dem Schenken hält sie es so, wie sie es im Elternhaus erlebt hat: Dass nämlich die schöne Geste vor allem auch Ausdruck von Wertschätzung dem Beschenkten gegenüber ist. "Das Darübernachdenken, was gefallen könnte, was vielleicht Freude macht", sei dabei das Wichtigste und nicht der materielle Wert.

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