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Anklage verlesen - Prozess um Mord an A9 kurz unterbrochen

11.03.2013 11:25 Uhr
Männer gaben Geld für Lebensmittel und Kleidung aus. Foto: J. Wolf/Archiv

Männer gaben Geld für Lebensmittel und Kleidung aus. Foto: J. Wolf/Archiv

Dessau-Roßlau. Der Prozess um den Mord aus Habgier an einem Mann auf einem Autobahnrastplatz ist am Landgericht Dessau nach Verlesung der Anklageschrift unterbrochen worden. Die Verteidiger der Angeklagten erklärten am Montag, sie hätten nicht genügend Zeit bekommen, sich auf den Mordvorwurf gegen ihre Mandanten vorbereiten können. Darüber will das Gericht nun innerhalb einer Stunde beraten, hieß es. Angeklagt sind fünf junge Männer aus Litauen. Ihnen wird vorgeworfen, dem 39-Jährigen aus Bayern am 9. Januar 2012 auf einem Rastplatz an der A9 (Berlin-München) in Sachsen-Anhalt vor der Toilette aufgelauert zu haben. Dann sollen sie ihn gefesselt in ein Waldstück bei Coswig (Landkreis Wittenberg) verschleppt, misshandelt und zu Tode geprügelt haben.

Zum Motiv hieß es, die Männer im Alter von 21 bis 31 Jahren wollten aus Habgier an die Geld- und Kreditkarten samt Geheimzahl des Opfers gelangen. Der Mann starb an seinen schweren Verletzungen. Er war mit Klebeband an Armen und Beinen gefesselt und lag in seinem Umzugstransporter in einem unwegsamen Waldstück. Dort hatten die Männer ihr schwer verletztes Opfer zurückgelassen und den Tod des Opfers billigend in Kauf genommen, sagte Oberstaatsanwalt Hermann-Josef Gerhards.

Der Mann war mit einem Umzugstransporter auf dem Weg von München zu seinen Eltern nach Hamburg. Vater, Mutter und zwei Brüder des Opfers sind in dem Prozess Nebenkläger. Die Angeklagten haben sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. (dpa/sa)