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Altmark-Klinik: Wurden Patienten unnötig operiert?

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Blick auf das Altmark-Klinikum in Gardelegen. (ARCHIVFOTO: DPA)

Die Bundesärztekammer hat eine genaue Aufklärung der Vorwürfe gegen die Altmark-Klinik gefordert. Die Staatsanwaltschaft Stendal ermittelt, weil mehrere Patienten ohne ausreichenden Grund an der Wirbelsäule operiert worden sein sollen.
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Gardelegen/Stendal/dpa. 

Die Bundesärztekammer hat eine genaue Aufklärung der Vorwürfe gegen die Altmark-Klinik gefordert. „Wichtig ist, dass man den Vorwürfen detailliert nachgeht. Es darf nicht sein, dass Patienten unnötig operiert werden, aus welchen Überlegungen heraus auch immer“, sagte das Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer, Günther Jonitz, am Montag bei MDR Info. In Deutschland gebe es generell einen massiven Druck auf Ärzte, zu viel zu operieren. „Krankenhäuser überleben nicht, wenn sie gute Qualität machen - sie überleben nur, wenn sie schwarze Zahlen schreiben.“

Die Staatsanwaltschaft Stendal ermittelt, weil mehrere Patienten ohne ausreichenden Grund an der Wirbelsäule operiert worden sein sollen. Mehrere Ärzte, darunter ein wegen anderer Vorwürfe entlassener Chefarzt, hatten auf die Missstände hingewiesen. In einem Papier an die Klinikleitung sprachen sie von Operationen, die hauptsächlich der Gewinnsteigerung dienten. Die Staatsanwaltschaft nahm aufgrund der Medienberichte von Amts wegen Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung auf. Am Wochenende wurde zudem bekannt, dass inzwischen auch mehrere Krankenkassen in Zusammenhang mit den Vorwürfen Strafanzeige gestellt haben.