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Mitteldeutsche Zeitung | Alexander-von-Humboldt-Professur: Spitzenphysiker für die Uni Halle
23. October 2013
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Alexander-von-Humboldt-Professur: Spitzenphysiker für die Uni Halle

Stuart Parkin

Stuart Parkin beim Barkhausen Award in Dresden

Foto:

Wikimedia/cc

Halle (Saale)/MZ -

bEs ist wie ein Ritterschlag für die Universität Halle: Erstmals in ihrer Geschichte erhält sie den höchstdotierten internationalen Forschungspreis Deutschlands, die Alexander-von-Humboldt-Professur. Diese soll der britische Spitzenphysiker Stuart Parkin übernehmen, der darüber mit bis zu fünf Millionen Euro über fünf Jahre gefördert wird und einer von sechs Preisträgern ist. Der 57-Jährige, der aktuell noch beim Elektronik-Riesen IBM in der Forschung und an der Universität Stanford in den USA arbeitet, ist zudem im Gespräch, neuer Direktor des Max-Planck-Institutes für Mikrostrukturphysik in Halle zu werden. Nun muss Parkin nur noch zusagen, derzeit werden die Berufungsgespräche geführt.

Zentrum für Nano-Wissenschaft soll entstehen

„Das ist ein Durchbruch, die Alexander-von-Humboldt-Professur ist außerordentlich angesehen“, zeigt sich Uni-Rektor Udo Sträter begeistert. Immerhin stehe hinter der Auswahl ein striktes Vergabeverfahren, es werde auf die „Passgenauigkeit“ zwischen den Preisträgern und den Strukturen vor Ort geachtet. Die Universität und das Max-Planck-Institut haben Parkin gemeinsam vorgeschlagen. „Wir wollen ihn hierher holen“, sagt Ingrid Mertig vom Institut für Physik der Uni Halle.

„Wir haben hier den Schwerpunkt vor Ort und wollen ein internationales Zentrum für Nano-Wissenschaft schaffen“, begründet Mertig die Beantragung der Professur. Sie kenne Parkin schon lange, nämlich seit 1988 - seit es den Forschungsbereich Spintronik gibt, in dem Parkin ein „international führender Kopf“ sei. Dafür ist er mit zahlreichen Preisen für seine Forschung ausgezeichnet worden - der Nobelpreis fehlt allerdings noch. Parkin will laut Mertig in Halle eine von ihm konzipierte Anlage aufbauen. Diese soll in der Lage sein, sozusagen maßgefertigte Festkörper herzustellen. Das heiße, erklärt Mertig, dass Atom für Atom Körper mit besonderen Eigenschaften kreiert werden können, die sich aber größenmäßig auf der Nanometer-Skala bewegen. Damit sei sozusagen Materialdesign möglich, welches unter anderem in der Elektronik und in der Sensorik Anwendung finden könne.Asage von

Absage von Parkin unwahrscheinlich

Dass Parkin die Professur ablehnen könnte, halten sowohl Mertig als auch Rektor Sträter für unwahrscheinlich. Parkin sei bereits mehrmals in Halle gewesen und habe zudem etablierte Kontakte in der Forschungswelt Halles. Und: „Die Vorgespräche waren vielversprechend“, so Sträter, der Parkin vor einigen Monaten getroffen hat.

Insgesamt waren 14 Anträge bei der Humboldt-Stiftung eingegangen. Neben Halle erhalten die Universitäten Osnabrück, Ulm, Köln, Mainz sowie die Technische Universität München Humboldt-Professuren. Ziel ist es, mit der Professur hochrangige internationale Forscher nach Deutschland zu holen.