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Airbnb, 9flats, Gloveler oder Wimdu: Hotelalternativen werden auch in Sachsen-Anhalt beliebter

Ein Tourist, der eine Übernachtung über das Onlineportal Airbnb gebucht hat, kommt mit seinem Koffer in der gemieteten Wohnung an.

Ein Tourist, der eine Übernachtung über das Onlineportal Airbnb gebucht hat, kommt mit seinem Koffer in der gemieteten Wohnung an.

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dpa

Magdeburg -

Eine Nacht in Halle für 23 Euro, Doppelbett, Mitbenutzung von Küche und Bad - und das alles in Zentrumslage. Das Angebot von Claudia auf der Wohnungssharing-Website Airbnb ist verlockend und kaum ein Hotel kann da preislich mithalten. „Wir sind eine Alternative zum Pauschalurlaub. Bei Airbnb reist man individuell und kann die lokale Kultur authentisch durch die Einheimischen erleben“, sagt der Srecher von Airbnb Germany in Berlin, Julian Trautwein.

Airbnb, 9flats, Gloveler oder Wimdu: Der Markt an Wohnungssharing-Angeboten wächst. Weltweit kann man sich so ein Zimmer, eine Wohnung oder gar ganze Häuser anmieten, während die eigentlichen Besitzer nicht zu Hause sind. „Das Erlebnis steht dabei im Vordergrund, und man holt sich die Welt nach Hause“, sagt Trautwein. Deutschland hänge zwar noch etwas dem weltweiten Trend hinterher, aber da das Land sowohl bei Ausländern als auch bei den Deutschen selbst beliebt sei, würden die Nutzerzahlen noch anwachsen.

Zimmervermieterin Claudia geht es aber vor allem darum, sich ein wenig Geld dazu zu verdienen. „Ich bin selbst bald für einen Monat in Australien und am Wochenende sowieso wenig in der WG. Da ist Airbnb auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit, um sich auf schnellem und unkompliziertem Weg ein wenig Geld dazuzuverdienen“, sagt die Hallenserin. Sie sei schon mal selbst Gast bei einem Fremden gewesen, als es sie bei einem Kurztrip nach Hamburg verschlagen hatte. Seit Januar 2015 nimmt sie nun auch selbst Anfragen für ihr Zimmer entgegen.

300 Inserate

Etwa 300 Inserate gibt es mittlerweile für Sachsen-Anhalt. „Das Interesse an mittelgroßen Städten wächst zunehmend“, sagt Trautwein von Airbnb. Allerdings sei die Nachfrage bei den Metropolen und Reiseregionen noch deutlich höher. Auch in Sachsen-Anhalt zeichne sich ab, dass das Angebot im Harz besonders boome. 200 Inserate gibt es laut Trautwein allein in Wernigerode - im Vergleich dazu jeweils etwa 45 Unterkünfte in Halle und Magdeburg. Berlin sei mit 14 000 Inseraten Spitzenreiter in Deutschland.

Die Geschäftsführerin des Landestourismusverbandes Sachsen-Anhalt, Bärbel Schön, sieht die Arbeitsweise der Internetplattformen kritisch. „Wenn es nur darum geht, Ressourcen sinnvoll einzusetzen, ist die Sharing Economy interessant. Allerdings gibt es da noch keine rechtliche Absicherung“, sagt Schön. Es gebe reichlich Konfliktpotenzial, wenn es beispielsweise um Stornierungen, steuerrechtliche Fragen oder Hygienestandards gehe. In einem Hotel seien solche Qualitätsstandards hingegen gesichert. „Man muss vorsichtig sein, denn die Kommerzialisierung scheint hier schneller zu sein als der Trend“, sagt Schön.

Denn nicht jede Unterkunft ist billiger als ein Hotel. Betrachtet man zum Beispiel auch die Inserate in Wernigerode genauer, fällt auf, dass viele als Ferienwohnungen deklarierte Angebote online gestellt worden sind. Airbnb-Sprecher Trautwein sieht in einer Kommerzialisierung allerdings weniger ein Problem. „Es ist ein offener und selbstregulierender Markt. Durch die Bewertungen der Unterkünfte spiegelt sich wider, ob man sich wohlgefühlt hat. Wenn nicht, bleiben dort die Gäste folglich aus“, sagt Trautwein.

Neue Konkurrenz

Natürlich seien private Anbieter immer besser, doch wenn der Bedarf da ist, sollten auch gewerbliche Anbieter die Möglichkeit haben, ihre Unterkünfte anzubieten, meint Trautwein. Hinweise zur Gewerbesteuer oder Hinweise zu Absprachen mit dem Vermieter gebe Airbnb all seinen Nutzern.

Auf den Tourismus in Sachsen-Anhalt wirkt sich die neue Konkurrenz bislang noch nicht merklich aus. Die aktuellen Tourismuszahlen des Magdeburger Wirtschaftsministeriums für das Jahr 2014 zeigen, dass die Übernachtungen um 4,2 Prozent auf 7,4 Millionen im Vergleich zu 2013 angestiegen sind. Der Großteil davon wurde in den Hotels des Landes verbracht.

Claudia ist jedoch vom Konzept des Wohnungsteilens überzeugt und kann bislang nur Positives berichten. „Dreimal hat jemand mittlerweile hier übernachtet“, sagt die Studentin. Ein Pärchen sei für ein Konzert nach Halle gekommen, ein anderes, um bei einem Tangoworkshop mitzumachen. „Es lief alles sehr freundlich und unproblematisch ab, auch mein Zimmer sah am nächsten Tag genauso aus wie zuvor. Nur als sie sich ein Handtuch aus dem Schrank genommen hatten, hätten die Gäste ruhig Bescheid sagen können“, resümiert Claudia. (dpa)


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