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Abschied von Hund und Katze: Immer mehr Friedhöfe für Tiere in Sachsen-Anhalt

Das Grab einer Katze auf einem Tierfriedhof

Das Grab einer Katze auf einem Tierfriedhof

Foto:

dpa

Eisleben -

„Wenn Liebe eine Leiter wäre und Erinnerung die Stufe, würden wir hinaufsteigen, um Dich zu uns zurückzuholen“, steht in einen Grabstein gemeißelt. Auf der Ruhestätte daneben ragt ein Holzkreuz aus dem Boden. Darauf ist das Foto von Bobby zu sehen - einem 13 Jahre alten Cockerspaniel. Auch Lumpi, Baby und Hanni haben auf dem Tierfriedhof im Tierheim „Am Sandgraben“ in Helfta bei Eisleben (Landkreis Mansfeld-Südharz) ihre letzte Ruhe gefunden. Viele Menschen im Land eint der Wunsch, ihren treuen Begleiter nach dem Tod in Würde zu verabschieden - Tierfriedhöfe sind nur ein Weg.

Tiere oft vollwertiges Familienmitglied

„Tiere nehmen heute zunehmend die Stellung eines vollwertigen Familienmitglieds ein“, sagt die Sprecherin des Bundesverbands der Tierbestatter (BVT), Gabriele Metz. „Deshalb wächst auch das Bedürfnis, dem tierischen Sozialpartner einen würdevollen Abschied zu bescheren.“

Dieser kann ganz unterschiedlich aussehen. „Man muss das Tier nicht im Garten vergraben“, erklärt Irene Altena, Inhaberin einer Tierbestattung im Harzort Ditfurt. Sie empfehle Einäscherungen. „Es ist ein Unterschied, ob man einen Hund in ein Loch legt oder eine Urne hat“, erklärt sie. Sterbe ein Tier, hole sie es von Zuhause oder dem Tierarzt ab und bringe es in ein Tierkrematorium. „Dann kann man sich entscheiden, ob es in einer Schmuckurne zurückgebracht werden soll oder im Krematorium bleibt und auf einer grünen Wiese verstreut wird.“

Der Großteil der Tierbesitzer entscheide sich für eine Urne daheim, berichtet Altena. Vor allem für jüngere Menschen, die möglicherweise mehrmals im Leben umzögen, sei das die beste Wahl.

22 Tierkrematorien in Deutschland

Der trauernde Tierbesitzer könne Form und Farbe des Gefäßes frei wählen, erklärt Dagmar Brauer. Sie arbeitet in einer Tierbestattung in Leipzig und ist auch für weite Teile von Sachsen-Anhalt zuständig. Insgesamt gibt es in Deutschland laut Verband 22 Tierkrematorien und rund 150 Tierbestatter.

Es gebe Urnen in Herzform, Tontöpfe mit von Künstlern bemalten Porträts des Lieblings, aber auch Bilderrahmen mit hohlen Ständern für die Asche, schildert Altena. Ein Pianist habe einst seinen gestorbenen Vierbeiner in einer Porzellanfigur, die wie eine ägyptische Katze aussah, aufbewahrt und auf sein Klavier gestellt. (dpa)