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abschied-nehmen.de: Gedenken und Anteilnahme im neuen Trauerportal der MZ

Uhr | Aktualisiert 07.01.2013 17:46 Uhr
So stellt sich das Trauerportal der Mitteldeutschen Zeitung auf dem Bildschirm dar. (FOTO: SCREENSHOT WWW.ABSCHIED-NEHMEN.DE) 
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Wer einen geliebten Menschen durch den Tod verliert, möchte seinen Schmerz ausdrücken. Immer mehr Menschen nutzen dafür auch das Internet.
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Halle (Saale)/MZ. 

Neben der traditionellen Traueranzeige in der Tageszeitung bietet das moderne Kommunikationsmedium eine stilvolle Form des Gedenkens. Ab sofort geht die Mitteldeutsche Zeitung mit einem Trauerportal im Internet in die Öffentlichkeit. Das Portal www.abschied-nehmen.de soll das Leben eines verstorbenen Menschen würdigen und helfen, die eigene Trauer auszudrücken. "Es soll schöne Momente vor dem Vergessen bewahren, Erinnerungen teilen und Verwandten, Freunden und Bekannten die Möglichkeit geben, Anteil zu nehmen", sagt Anne Stürzbecher, die Verantwortliche für das Projekt "Trauerportal". Zudem gibt es jede Menge Service, Rat und Hilfe sowie Rechtstipps zum Thema Abschiednehmen und Bestattungen - zugeschnitten auf die Region.

Kernstück von www.abschied-nehmen.de sind Traueranzeigen, die für die Mitteldeutsche Zeitung, das Naumburger Tageblatt, den Wochenspiegel oder den Super-Sonntag aufgegeben werden. "Es ist möglich, sämtliche Traueranzeigen online zu lesen und auch gezielt nach Namen zu suchen", sagt Anne Stürzbecher. Das Besondere seien die Gedenkseiten, die mit jeder Traueranzeige automatisch erstellt werden. Auskunft dazu geben die Mitarbeiter in den jeweiligen Service-Centern und von Bestattungsunternehmen beim Aufgeben einer Anzeige.

"Pro Trauerfall wird ein separater Gedenkbereich erstellt", erklärt Stürzbecher zu den Gedenkseiten. Auf ihm werden alle Traueranzeigen, Danksagungen, Jahresge-denkanzeigen und Nachrufe abgebildet. "Eine solche Standard-Gedenkseite steht für zwölf Monate kostenfrei im Internet", sagt die Projektverantwortliche. Wer die Seite am Bildschirm aufruft, könne virtuell Kerzen anzünden oder eine Beileidsbekundung im Kondolenzbuch hinterlassen.

Neben der Standard-Gedenkseite zur Würdigung eines geliebten Menschen ist auch eine Premium-Variante möglich. Der Seiteninhaber kann diese kostenfrei ebenfalls für zwölf Monate nutzen. Es ist möglich, der Seite ein individuelles Design zu geben, Hintergrundmusik einzubauen, Unterseiten - zum Beispiel mit Lieblingsgedichten oder Hobbys des Verstorbenen - zu gestalten. Außerdem können Fotoalben, Videos und Musikdateien integriert werden. Wer möchte, dass die Premium-Gedenkseite nur von einem bestimmten Personenkreis gelesen werden soll, kann sie mit einem speziellen Passwort schützen.

"Nach Ablauf der kostenfreien Zeit von zwölf Monaten wird die Gedenkseite automatisch deaktiviert", sagt Anne Stürzbecher. Einer besonderen Kündigung bedürfe es nicht. "Selbstverständlich hat der Kunde die Möglichkeit, die Premium-Gedenkseite zu erhalten und fortzuführen." Dies sei kostenpflichtig für ein Jahr oder für drei oder fünf Jahre möglich.

Trauerportale haben vor allem in den USA eine längere Tradition. Seit einigen Jahren etablieren sie sich aber auch in Deutschland. "Das hängt natürlich mit den elektronischen Möglichkeiten zusammen", sagt Anne Stürzbecher, aber auch damit, dass viele Familienmitglieder heutzutage weit entfernt voneinander leben. "Auf Gedenkseiten können sich Angehörige treffen, sich gemeinsam erinnern und austauschen." Immer mehr Menschen bevorzugten außerdem anonyme Bestattungen und seien auf der Suche nach einem Ort des Gedenkens. Ein Trauerportal im Internet böte sich da an. Auch Kommunikationswissenschaftler sind mittlerweile davon überzeugt, dass virtuelles Gedenken bei der realen Trauerverarbeitung hilft.

Auskunft per Mail: info@abschied-nehmen.de

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