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Werder in Merseburg: Wenig Platz für das Wasser

Neben Bewuchs bremst auch dieses alte Bauwerk das Wasser aus.

Neben Bewuchs bremst auch dieses alte Bauwerk das Wasser aus.

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Peter Wölk

Merseburg -

Mit bangen Blicken schauen die Anwohner auf den Wassergraben an der Merseburger Werderstraße. Ungepflegt liegt er da, das Wasser umschifft auf seinem Weg Äste, Wurzeln und allerhand Pflanzenreste, die den Graben im Laufe der Zeit zugesetzt haben. „Bei einem leichten Hochwasser kann der Graben schon für Entlastung sorgen - wenn er denn gepflegt und freigeräumt ist“, sagt Wilhelm Nolte. Seit Jahren zählen er und seine Nachbarn aus der Straße oder der benachbarten Kleingartenanlage zu den Betroffenen, wenn mal wieder ein Hochwasser über den tiefer gelegenen Bereich der Domstadt hereinbricht.

Bei der Stadt will man von Versäumnissen nichts wissen, verweist auf den Unterhaltungsverband Mittlere Saale/Weiße Elster. „Das ist ein Gewässer zweiter Ordnung und fällt in deren Zuständigkeitsbereich“, sagt der Leiter des Grünflächenamts in Merseburg, Gerd Heimbach. Demnächst seien dessen Mitarbeiter wieder unterwegs und würden dann sicher auch den Graben pflegen, sagt der Amtsleiter. Er verweist zudem darauf, dass nicht alles gleichzeitig erledigt werden könne. Schritt für Schritt werden nach wie vor der Hochwasserschutz verbessert oder Schäden von der letzten Flut im Sommer 2013 nach und nach beseitigt. „In Trebnitz ist die Brücke fertig, die Deiche werden nun auch noch optimiert“, sagt Heimbach.

Frühjahrsdeichschau

Wer Kritikpunkte findet, der könne diese zudem bei der Frühjahrsdeichschau den Experten vortragen. Am Abschnitt Werder findet diese am 11. April um 12.30 Uhr statt, Treffpunkt ist die Werder-Schleuse. Zuvor werden auch der Trebnitzer (9.30 Uhr) und der Meuschauer Deich (11.15 Uhr) näher begutachtet, wie es hieß.

Auch beim Unterhaltungsverband verspricht man Maßnahmen. Wie eine Mitarbeiterin sagte, konnte der in der Kritik stehende Graben im vergangenen Jahr nicht gepflegt werden, weil im Zuge des Deichbaus am Werder Baustellen die Arbeiten behindert hätten. In diesem Jahr solle auch dieser Bereich wieder besser gehütet werden, hieß es. Dabei sei der Unterhaltungsverband aber auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, denn nicht alle Stellen im weiten Zuständigkeitsbereich habe man jederzeit im Blick.

Vor allem für die Kleingärtner ist diese Nachricht allerdings nur ein kleiner Trost. Denn wenn die nächste Flut kommt, wird es für sie vielleicht die letzte sein. Viele diskutieren bereits offen, ihre Parzelle endgültig aufzugeben und nicht noch einmal von vorne anzufangen. (mz)


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