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Streetwork in Merseburg: 70 Prozent der Jugendlichen haben Erfahrungen mit Drogen

Streetworkerin Jenny Cornelius

Jenny Cornelius ist die einzig verbleibende Streetworkerin in Merseburg. Sie hofft auf einen Kollegen.

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Peter Wölk

Merseburg -

Bis Ende November hatte Jenny Cornelius, die Streetworkerin von Merseburg, noch einen Kollegen. Seit Dezember ist sie Einzelkämpferin. Seit Februar 2015 hat sie 355 Gespräche mit Jugendlichen auf der Straße geführt, hat 34 Jugendliche einzeln beraten und begleitet sowie 1 200 Gespräche über soziale Netzwerke oder das Streetwork-Handy geführt. "Die Jugendlichen haben großen Gesprächsbedarf und das Handy nutzen sie sehr gern." Cornelius organisiert außerdem Projekte wie den Rollsporttag oder auch Volleyballspiele. 37 Projekte seien es insgesamt im vergangenen Jahr gewesen, erzählte sie den Mitgliedern des Sozialausschusses des Merseburger Stadtrates.

Was Drogen angeht, so hätten nach ihrer Einschätzung rund 70 Prozent der Jugendlichen bereits Erfahrungen mit Substanzen. "Auch illegalen", so Cornelius. "Crystal ist nach wie vor ein großes Thema." Es werde häufig Alkohol getrunken, zum Teil auch exzessiv. Schon Zwölf- und 13-Jährige würden regelmäßig zur Zigarette greifen.

Die Ausschussmitglieder waren sichtlich beeindruckt von den Schilderungen und waren sich einig, dass eine Streetworkerin offenbar nicht ausreicht. Es wurde vereinbart, das Thema in einer gemeinsamen Sitzung von Bildungsausschuss und Sozialausschusses erneut aufzugreifen. (mz)


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