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Polizei gründet Ermittlungsgruppe: Sondereinheit jagt Planenschlitzer

Planenschlitzer

Regelmäßig treiben Planenschlitzer auf Rastplätzen ihr Unwesen.

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Peter Lisker

Merseburg/Halle (Saale) -

Aufgrund der nicht abreißenden Ladungsdiebstähle auf Rastplätzen entlang der Autobahnen hat die Polizei eine vierköpfige Ermittlungsgruppe gegründet. „Ziel ist es unter anderem, alle Straftaten gebündelt bearbeiten zu können und die Zusammenarbeit mit anderen betroffenen Dienststellen weiter zu intensivieren“, sagte am Mittwoch Ralf Karlstedt von der Polizeidirektion Süd, die zuletzt einen Anstieg der Ladungsdiebstähle auf den Autobahnen im Süden des Landes bemerkte.

Allein im Januar schlugen sogenannte Planenschlitzer auf Rastplätzen an den Autobahnen 9, 14 und 38 insgesamt 48 Mal zu, wie es hieß. In den meisten Fällen wurden lediglich die Planen von Lastwagen aufgeschlitzt, aber nichts gestohlen. In vier Fällen machten die Täter Beute.

Spirituosen und Tabak gestohlen

Auch in den vergangenen beiden Nächten waren die Langfinger laut Angaben der Polizei wieder aktiv. In der Nacht zu Dienstag entfernten unbekannte Täter von der Hecktür eines auf dem Rastplatz „Petersberg“ an der A14 abgestellten Lastwagens die Plombe und ließen von der Ladefläche 150 Kartons Spirituosen mitgehen. Wert der Ware: rund 12 000 Euro.

In der Nacht zu Mittwoch trieben Diebe dann an der Autobahn 38 ihr Unwesen. Auf dem Rastplatz „Helmetal“ schlitzten sie die Planen von 17 Lastwagen auf, um die Ladung auszuspähen, während die Fahrer nichts ahnend in den Kabinen schliefen. Aus einem Lastwagen entwendeten sie schließlich 200 Kilogramm Tabak im Wert von etwa 4 600 Euro.

Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern

Von den Tätern fehlt wie in den meisten Fällen jede Spur, weshalb die Polizei mit Hilfe der Ermittlungsgruppe „Plane“ nun ihre Arbeit forcieren will. Zuletzt war wegen der Häufung der Fälle bereits eine Vielzahl an Maßnahmen ergriffen worden. So überprüfen täglich Beamte des zuständigen Autobahnpolizeireviers die Rast- und Parkplätze zur Nachtzeit, Bedienstete des Zentralen Einsatzdienstes waren sowohl in Zivil als auch uniformiert vor Ort. Die Zusammenarbeit mit den benachbarten Bundesländern wurde intensiviert, da diese ebenso mit diesem Phänomen zu tun haben.

Vereinzelt konnte die Polizei aber auch Tatverdächtige feststellen und festnehmen. So konnte zuletzt am 27. Januar ein Tatverdächtiger geschnappt werden. Der Mann kam in Untersuchungshaft.

Planen-Schlitzer-Ring ausgehoben

Im vergangenen Jahr hoben Ermittler aus Sachsen-Anhalt und Sachsen zudem einen ganzen Planen-Schlitzer-Ring aus. Während eines Beutezugs auf Rastplätzen an der Autobahn 14 waren die sieben Männer im Dezember aufgeflogen, nachdem sie Steckdosen und Feuchttücher gestohlen hatten. Gegen fünf von ihnen wurde Haftbefehl wegen Bandendiebstahls erlassen. (mz)


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