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Pistolen und Messer: Mehr Waffen im Saalekreis, aber weniger Verstöße gegen das Gesetz

Schreckschusswaffen, Pfefferspray und Co. sind derzeit auch im Saalekreis stark nachgefragt. Was erlaubnisfrei erhältlich ist, wird gekauft.

Schreckschusswaffen, Pfefferspray und Co. sind derzeit auch im Saalekreis stark nachgefragt. Was erlaubnisfrei erhältlich ist, wird gekauft.

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Peter Wölk

Merseburg -

Die Polizei hat im Süden Sachsen-Anhalts im vergangenen Jahr weniger strafrechtliche Verstöße gegen das Waffengesetz erfasst. Waren im Jahr 2014 noch 356 entsprechende Fälle in der Kriminalstatistik aufgetaucht, ist deren Zahl im vergangenen Jahr leicht rückläufig gewesen, teilte die Polizeidirektion Süd am Dienstag auf MZ-Anfrage mit.

Bei den dabei verwendeten Waffen habe es sich vor allem um Einhand- oder Butterflymesser gehandelt. Auch Schlagringe und Schreckschusswaffen, die ebenfalls unter das Waffengesetz fallen, wurden entdeckt. „Häufig wird mit der Waffe nur gedroht oder diese gezeigt, ein direkter Einsatz erfolgt nur in geringem Maß“, sagte eine Polizeisprecherin.

Pfefferspray, Reizgas und Schreckschusswaffen

Gleichzeitig finden im Saalekreis offenbar Pfefferspray, Reizgas und Schreckschusswaffen derzeit reißenden Absatz. Roland Zobel, Sprecher im Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB), ist da auskunftsfreudiger. „Produkte zur Selbstverteidigung, die käuflich frei zu erwerben sind, werden stark nachgefragt. Das ist praktisch überall so.“

Über die Gründe müsse man nicht spekulieren, meint Zobel. Die Terroranschläge in Frankreich hätten auch in Deutschland zu einer großen Verunsicherung geführt, ebenso die Vorfälle in Köln. Viele Bürger suchen demnach nach Möglichkeiten, sich selbst verteidigen zu können. „Früher kamen nur Jäger und Sportschützen in unsere Läden. Heute sind es Bürger aus allen gesellschaftlichen Schichten“, sagt Zobel. (mz)


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