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Mitteldeutsche Zeitung | Nominierung für Bürgerpreis: Kleiner Verein, große Hilfe
12. February 2016
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Nominierung für Bürgerpreis: Kleiner Verein, große Hilfe

Ulf Richter und die zehn Mitglieder des Vereins engagieren sich vor allem für besonders schwere Fälle.

Ulf Richter und die zehn Mitglieder des Vereins engagieren sich vor allem für besonders schwere Fälle.

Foto:

Peter Wölk

Bad Dürrenberg -

In der Öffentlichkeit steht Ulf Richter gar nicht so gern. Er bleibt lieber im Hintergrund. Aber er weiß, wie wichtig es ist, auch mal den Weg in die Öffentlichkeit zu wagen - gerade für seinen Verein. Erst 2014 hat er mit weiteren Bekannten die Krebshilfe Bad Dürrenberg gegründet und leitet den Verein als Vorstand auch heute noch. Nicht ganz alltäglich ist so ein Verein in einer Kleinstadt wie Bad Dürrenberg, aber deshalb nicht minder wichtig, findet Richter. Zusammengefunden haben sich zehn aktiven Mitglieder damals aus privater Betroffenheit. „Ein Freund von uns ist an Krebs erkrankt, und als er in Deutschland austherapiert war, haben wir ihn unterstützt und Spenden gesammelt, damit er an einer neuen Studie in den USA teilnehmen konnte.“

Seit dem setzen sich die Mitglieder für besonders schwere Fälle ein. „Wir hatten erwartet, dass der Zulauf höher ist“, sagt Richter. Er wolle Betroffene ermutigen Vereine wie die Krebshilfe in Bad Dürrenberg in Anspruch zu nehmen. Dafür seien sie da. Natürlich werde erst genau geprüft, ob man den Betroffenen auch helfen könne, aber fragen koste nichts, so Richter. „Wir schauen uns die Fälle genau an, schließlich ist es das Geld anderer, dass dort verwendet wird.“ Für viele Betroffene sei es sicher nicht leicht, sich an einen Verein zu wenden oder die eigene Krankheit öffentlich zu machen. „Das muss man auch nicht immer, das kann man gemeinsam entscheiden.“

Offen für neue Mitglieder

Neben speziellen Fällen, die der Verein betreut, sind jährliche Veranstaltungen Teil der Vereinsaufgaben. So haben sie im vergangenen Jahr eine Burpeemeile organisiert, auch eine Benefizkonzert oder einen Frauenfußballturnier standen schon auf dem Plan. Auch einen Stand beim Brunnenfest, Firmentriathlon oder auf dem Weihnachtsmarkt hat der Verein und auch eine Blutspende organisieren sie. „Es ist natürlich schwierig, solche Veranstaltungen mit nur zehn Mitgliedern auf die Beine zu stellen. Wir sind jederzeit offen für neue Mitglieder“, sagt er.

Richter weiß, dass eine solche Mitgliedschaft Zeit in Anspruch nimmt, aber es helfe auch die Perspektive zu wechseln. „Man gewichtet die eigenen Probleme ganz anders“, so Richter. „Natürlich denke ich manchmal, eigentlich arbeite ich viel und habe wenig Zeit. Aber dann muss man sich die Zeit einfach nehmen. Da bleiben andere Dinge eben liegen. Das ist es mir wert.“ Viele der Mitglieder seien auch schon in anderen Vereinen organisiert. Manchmal wünsche sich Richter aber noch jemanden, der viel Freizeit hat und gern mitmachen würde.

Im Moment unterstützt der Verein beispielsweise auch Jannis Löschke aus Bad Dürrenberg. Die Spenden sollen für eine weitere Therapie in diesem Jahr eingesetzt werden. „Auch bei der Familie von Elias aus Halle habe ich mich gemeldet“, so Richter. Es gehe einfach darum, die Hilfe des Vereins anzubieten. (mz)


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