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MZ-Interview mit Landrat Frank Bannert: „Parallelwelten verhindern“

In Spitzenzeiten haben 500 Flüchtlinge pro Monat den Saalekreis erreicht. Sie unterzubringen, ist eine Herausforderung gewesen.

In Spitzenzeiten haben 500 Flüchtlinge pro Monat den Saalekreis erreicht. Sie unterzubringen, ist eine Herausforderung gewesen.

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Wölk

Merseburg -

Die Zeit um den Jahreswechsel beschert dem Saalekreis eine Atempause. Das Land hat die Verteilung der Flüchtlinge bis Anfang Januar gestoppt. Da bleibt auch Ruhe, neben dem Thema Migration auf weitere wichtige Themen zu schauen: die Müllentsorgung, die Straßenbahnlinie 5, die Zukunft des Klinikums in Merseburg, aber auch die Burg Wettin. Dirk Skrzypczak hat mit Landrat Frank Bannert (CDU) gesprochen.

Ihr Amtskollege im Burgenlandkreis schottet die Verwaltung in Naumburg ab. Einen unkontrollierten Besucherverkehr soll es nicht mehr geben. Können Sie diesen Schritt nachvollziehen?

Bannert: Solche Einschnitte muss man sich gut überlegen. Wir nennen uns schließlich öffentliche Verwaltung. Es gibt aber auch bei uns Bereiche, in denen wir die Sicherheitslage ständig neu bewerten. Ich denke da nur an unseren neuen Standort in der Fritz-Haber-Straße in Merseburg, wo die Mitarbeiter, die das Thema Asyl bearbeiten, konzentriert werden.

Götz Ulrich, der Landrat im Burgenlandkreis, verweist auf das Attentat auf die neue Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Sie war wegen ihrer Flüchtlingspolitik angegriffen worden. Möglicherweise fürchtet Ulrich ja ein ähnliches Szenario.

Bannert: Man muss auch mal überlegen, was Ulrich durchgemacht hat. Das will man doch niemanden zumuten. Es ist natürlich ein befremdliches Gefühl, wenn man Personenschutz braucht. Ich sage aber auch, dass man sich nicht der Hysterie hingeben darf.

Wurden oder werden Sie bedroht?

Bannert: Es gibt doch immer Leute, die mit gewissen Entscheidungen nicht einverstanden sind. Vor Jahren hätten mich manche Leute wegen der Schulentwicklungsplanung am liebsten gelyncht. Aber nein, ich musste bis jetzt keine Angst haben. Und vor allen Szenarien, die denkbar sind, kann man sich auch nicht schützen.

Was Bannert zum Flüchtlingszustrom und zum Thema Integration sagt, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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