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Mitteldeutsche Zeitung | Merseburger Innenstadt: Viele Läden stehen leer
04. February 2016
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Merseburger Innenstadt: Viele Läden stehen leer

Leeres Schuhgeschäft

Obwohl der Mietvertrag noch läuft, hat der Inhaber des Schuhgeschäfts den Laden geschlossen.

Foto:

P. Wölk

Merseburg -

Die Reinigung ist aus dem Brühl-Center verschwunden, der Schuhladen in der Klia-Passage hat dichtgemacht, und auch Blume 2000 wird bald aus der Innenstadt verschwinden. Das Geschäft in der Gotthardstraße schließt nach MZ-Informationen zum 20. Februar.
Ganz still und leise verschwinden hin und wieder Geschäfte aus der Merseburger Innenstadt. Die Gründe sind unterschiedlich - mal stimmt der Umsatz nicht, mal geben die Inhaber ihr Geschäft aus Altersgründen auf, wie es offenbar bei der „Textilpflege am Brühl“ der Fall war.

Notbremse gezogen

Allein in der Klia-Passage sind derzeit fünf Geschäfte zu vermieten. Uwe Laschek, der Inhaber des Schuhgeschäfts, hat noch einen Mietvertrag bis Oktober, aber er hat nach zwei Jahren die Notbremse gezogen. „Der Umsatz war einfach nicht gut. Ich brauche einen Nachmieter.“ Deshalb prangt auch seine Handy-Nummer auf der Schaufensterscheibe. Er habe eigentlich gedacht, dass mit der Sparkasse gegenüber ein bisschen was gehe. „Aber das hat sich leider nicht bewahrheitet“, sagte Laschek der MZ. Und die 530 Euro Nettokaltmiete für die 68 Quadratmeter müssten schließlich erstmal erwirtschaftet werden.

Wohnungen in der Klia-Passage zu vermieten, ginge ganz gut. „Büroflächen in Verbindung mit Stellplätzen geht auch so lala. Aber Ladenflächen zu vermieten, ist tatsächlich recht schwierig“, erzählt Michael Wagner, Immobilienkaufmann bei Paul-Immobilien und für die Vermietung der Klia-Passage zuständig. Man versuche zwar vieles über den Preis zu regeln, aber selbst das funktioniere nicht so gut. Obwohl man mit 8 oder 10 Euro pro Quadratmeter bei Gewerbeflächen schon sehr günstig sei. „Zum Vergleich - in Leipzig liegt man da bei 20 bis 25 Euro.“ Demnächst werde er sich wieder mit dem Eigentümer des Objekts treffen. „Und dann werden wir besprechen, welche neuen Ideen es für die Vermarktung gibt“, so Wagner. Geschäfte wie der Otto-Shop oder das Reisebüro seien Läden, die schon sehr lange vermietet seien und die gut laufen. Er freue sich auch, dass die Buchhandlung Stollberg dazugekommen sei. „Das Bankgebäude nebenan ist allerdings überhaupt nicht zu vermieten. Es ist eben eine Bank. Alles war damals nach den Wünschen der Bank gebaut worden und ist damit eigentlich kaum für etwas anderes geeignet.“

Aktuelle Liste im Netz

Damit die Geschäfte, obwohl sie unvermietet sind, nicht so nackt und kahl wirken, dürfen andere Geschäfte in den Schaufenstern Werbung machen - wie zum Beispiel der Wäsche-Shop Herzog & Bräuer im ehemaligen Taschengeschäft - manchmal gibt es auch eine kurzzeitige Zwischennutzung. In der Weihnachtszeit durfte zum Beispiel bereits seit mehreren Jahren der Modellbauclub Braunsbedra seine Anlagen in der Klia-Passage ausstellen.

Wer an Ladenflächen in der Merseburger City interessiert ist, kann sich auf der Internetseite der Stadt über freie Geschäfte informieren. Man versuche, die Liste immer so aktuell wie möglich zu halten, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Völlig unklar ist derzeit allerdings, wie es mit dem Brühl-Center weitergeht. Nachdem sich die Firma Procom im Mai 2015 im Bauausschuss des Merseburger Stadtrates als neuer Besitzer des Centers vorgestellt und vollmundig die Idee von einem Neubau präsentiert hatte, heißt es: Still ruht der See. Aus der Stadtverwaltung hieß es, man habe bisher noch keine Bestätigung über den Kauf. Man habe Procom den Entwurf für einen städtebaulichen Vertrag zugesandt, der die Voraussetzung für das weitere Handeln ist. Diesen habe man aber bisher noch nicht zurückerhalten. Auf Anfrage der MZ hieß es von Procom, dass man sich zum Thema Brühl-Center nicht äußern werde. (mz)


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