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Merseburg: Mini-Boom im Klinikum

Das sind 273 von 696 Babys, die 2015 in Merseburg geboren wurden. 18 heißen Sophie, sechs haben einen Zwilling und zwei kamen im Wasser zur Welt.

Das sind 273 von 696 Babys, die 2015 in Merseburg geboren wurden. 18 heißen Sophie, sechs haben einen Zwilling und zwei kamen im Wasser zur Welt.

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Peter Wölk

Merseburg -

„Sophie, Paul! Ab nach vorn an die Tafel!“ In sechs Jahren werden sich Lehrer in Merseburgs Grundschulen etwas ausdenken müssen, damit nicht gleich die halbe Klasse aufsteht. Denn von Sophie und Paul wird es dann wohl mehrere in der Klasse geben. Die beiden Vornamen waren die beliebtesten in Merseburg im vergangenen Jahr. 18 Mal nannten Eltern ihr Kind Sophie und neun Mal Paul. Es folgten Emma und Alexander sowie Anna und Elias auf den jeweiligen Plätzen zwei und drei.

Im vergangenen Jahr erlebte das Klinikum einen kleinen Baby-Boom. Mit 696 Kindern wurden so viele geboren wie seit 2009 nicht mehr. Damals kamen in Merseburg mehr als 752 Kinder zur Welt.

Um Chaos im Klassenzimmer zu verhindern, könnten die Pauker sich aber auch Sophies und Pauls Zweitnamen bedienen. Die Chance, dass 2015 geborene Kinder einen Zweitnamen haben, liegt bei fast 40 Prozent. 14 Eltern reichte auch das Doppelpack nicht - sie gaben ihren Kindern drei Vornamen.

Laut der Leiterin des Standesamtes in Merseburg, Katharina Jahn, sind Eltern bei der Namensgebung ihrer Kinder kaum Grenzen gesetzt. Sie hätten das Sorge- und Erziehungsrecht und das beinhalte auch die Namensgebung. Nur wenn den Merseburger Standesbeamten ein extrem ausgefallener Name unterkomme, ließen sie sich diesen Wunsch von den Eltern schriftlich bestätigen. Tatsächlich gab es in Merseburg im vergangenen Jahr so einige außergewöhnliche Namen: Gadielle, Jõaosihno, Olamide oder Perevan, Nini, Meggy-May und - ungewöhnlich für unsere Zeit - Karl-Heinz.

Wenn Sophie, Paul und all die anderen Kinder, die in Merseburg geboren wurden, Geburtstag feiern, dann wahrscheinlich im August, dem mit Abstand geburtenstärksten Monat. Vielleicht laden sie auch Freunde ein, deren Eltern nicht aus Deutschland stammen. Davon gab es in Merseburg 2015 ein paar: Insgesamt 73 Kinder haben mindestens einen ausländischen Elternteil. Am häufigsten kommen sie aus Albanien, gefolgt vom Kosovo, Syrien und Serbien - Länder aus denen im vergangenen Jahr viele Flüchtlinge kamen.

Die mit Abstand meisten Kinder Merseburgs wurden im Kreißsaal des Basedow-Klinikums geboren. Zwei in der großen Geburtswanne, viele unter den Augen von Oberärztin Anita Schmitt. Das Krankenhaus bietet viele verschiedene Möglichkeiten an, um den Schmerz während der Geburt zu lindern. Neben herkömmlichen Medikamenten auch Akupunktur und - neu in 2015 - Lachgas. „Das wird wohlwollend angenommen“, sagt Schmitt. Bei manchen Frauen wirke das Gas besser als bei anderen. Aber eines ist bei allen gleich: „Man muss nicht davon lachen. Es ist ein reines Schmerzmittel.“

Irrglaube Nummer zwei: Die Merseburger bekommen ihre Kinder immer später. Stimmt nicht, sagt die Oberärztin. Im langjährigen Mittel würden die Mütter weder älter noch jünger. 2015 waren 98 Schwangere älter als 35 Jahre. Sieben Mütter waren minderjährig.

2015 war kinderreicher als 2014“, sagt die Oberärztin. Von einem Baby-Boom mag sie noch nicht sprechen, aber von einem leichten Aufwärtstrend. Die Chance, einen Jungen zur Welt zu bringen war - wie in den Jahren zuvor - übrigens etwas höher.

Auch wenn Sophie und Paul in ein paar Jahren ihrer Namen wegen verwechselt werden könnten - äußerlich ähneln sich die wenigsten 2015 geborenen Kinder. Es gab unter den Neugeborenen nur sechs Zwillingspärchen. (mz)


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