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Lieber bewohnt als leer : Alternative Nutzung für Verkaufsflächen in Leuna

Leerstand

Auch in der Wesselinger Straße in Leuna gibt es Leerstand.

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Marco Junghans

Leuna -

Eine Einkaufsstraße wie in Merseburg sucht man in Leuna vergebens. So war die Stadt vor 100 Jahren nicht konzipiert worden. Als Gartenstadt angelegt, sollten die Bewohner in ihr als Selbstversorger leben. „Nur hier und da gab es kleine Läden für Dinge, mit denen man sich nicht selbst versorgen konnte“, erklärt Bauamtsleiter Silvio Lämmerhirt. Nun, 100 Jahre später, stehen genau diese Lädchen immer öfter leer. Es gibt kaum Laufkundschaft und Selbstversorger sind die Leunaer auch schon lange nicht mehr. Also was tun mit den Flächen?

Im jüngsten Bauausschuss wurde genau darüber diskutiert. Leerstehen lassen und darauf hoffen, dass sich ein Händler ansiedelt? Oder die Verkaufsflächen einfach einer anderen Nutzung zuführen? „Wenn die kleinen Geschäfte verschwinden, können sich auch nie mehr Händler ansiedeln“, argumentiert Uwe Berthold (SPD). Man müsse ihnen doch wenigstens die Chance einräumen. Klaus Hunold (Die Linke) und auch andere Mitglieder des Ausschusses schätzen die Überlebenschance kleiner Händler, wie in der Wesselinger Straße sehr gering ein. Damit stimmte die Mehrheit einem Antrag zu, aus den Verkaufsflächen Wohnungen zu machen.

Geringer Leerstand bei Ladenflächen

Insgesamt verzeichnet die Stadt Leuna einen sehr geringen Leerstand bei Ladenflächen, bestätigt Silvio Lämmerhirt. An der Friedrich-Ebert-Straße würde zwar die Verkaufsstätte des ehemaligen Discounters Plus leerstehen. Die Stadt sei jedoch bemüht leerstehende Objekte so schnell wie möglich wiederzubeleben. So ist am Kötzschener Weg ein Großfliesenhandel eingezogen, wo ehemals Penny war. Oft würde man aber auch aus den Verkaufsflächen Wohnraum machen, da dieser besser genutzt werde. „Festzustellen ist, dass nicht jeder geschlossene Laden dem Leerstand zum Opfer fällt, sondern anderweitige Nutzungen, oft auch artfremd, die Weiternutzung der Räumlichkeiten garantieren“, sagt Lämmerhirt.

Insgesamt sei der Einzelhandel in der Einheitsgemeinde sehr ungleich verteilt. Rund 80 Prozent aller Einzelhandelsbetriebe entfallen mit 96 Prozent Verkaufsfläche auf Günthersdorf und das Nova Eventis. Ähnlich bestätigt dies auch die zuständige Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau. Gemessen an der Fläche würden bei Nova Eventis vor allem Möbel und Mode verkauft. Außerhalb dieses Bereiches finden sich großflächige Lebensmittelmärkte fast ausschließlich in Leuna und einer in Zöschen. Allerdings: „Eine Entwicklung des Einzelhandels im ländlichen Raum der Stadt Leuna ist nicht zu verzeichnen“, so Lämmerhirt. Auch in der Kernstadt würden sich vor allem Händler ansiedeln, die Dinge des täglichen Lebens verkaufen. Alles was darüber hinaus geht, sei auch in Leuna wenig vertreten, so der Bauamtsleiter. (mz)


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