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Kommentar zur Flüchtlingspolitik in Querfurt: Ärger programmiert

Ende September 2015 hatten Investor Jürgen Rehse (links) und Rainer Heine von einem örtlichen Pflegedienst noch die gemeinsamen Ideen vorgestellt.

Ende September 2015 hatten Investor Jürgen Rehse (links) und Rainer Heine von einem örtlichen Pflegedienst noch die gemeinsamen Ideen vorgestellt.

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Peter Wölk

Querfurt -

Es ist absolut in Ordnung, wenn ein Investor ein noch leerstehendes Gebäude in Querfurt nutzen möchte, um Flüchtlingskinder dort zu betreuen. Dass er dafür seine ursprünglichen Pläne ändert, ist ihm auch nicht vorzuwerfen. Der Flüchtlingsstrom öffnet lukrative Geschäftsfelder, in denen andere bereits kräftig verdienen.

Und doch hinterlässt das Agieren der Firma einen faden Beigeschmack. Statt beispielsweise mit der Stadtverwaltung offen über die Nutzung zu sprechen, hüllte sich das Unternehmen in Schweigen und überließ das Feld damit den Spekulanten in sozialen Netzwerken. Dadurch wurde das öffentliche Interesse erst richtig auf das Gebäude gelenkt. Und es wurde unnötig das Misstrauen geschürt.

Es bleibt daher zu hoffen, dass sich die Wogen in Querfurt wieder glätten. Denn die Kinder und Jugendlichen, die hier einen Ort der Ruhe finden sollen, haben zum Teil schlimme Dinge durchlebt. Ihre Privatsphäre sollten alle respektieren.

Den Autor erreichen Sie unter: dirk.skrzypczak@mz-web.de


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