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Kommentar zu Wahlbetrugsvorwurf: Basta-Mentalität

Stimmabgabe

Ein Wahlzettel wird in eine Wahlurne gesteckt.

Foto:

Jürgen Lukaschek/Archiv

Merseburg -

Was nach Zuständen wie in Burundi oder Zimbabwe klingt, meinen die Hetzer im Internet, die bei vielen Anlässen sofort eine Verschwörung wittern, tatsächlich ernst: Weil bei der Landtagswahl angeblich ein riesiger Wahlbetrug drohe, sollen Wahlbeobachter die Stimmenauszählung genau verfolgen. Würde es bei dem jüngsten Aufruf nur darum gehen, Menschen wieder für politische Prozesse zu interessieren, könnte man die Sorgen der Hetzer ja fast schon verstehen.

Jedoch wollen sie in der ohnehin schon aufgeheizten Stimmung weiter Öl ins Feuer gießen. Als Folge droht dasselbe Ergebnis wie bei vielen Diskussionen über die derzeitige politische Lage: Viele derjenigen, die den Verschwörungstheorien ohne auch nur ein Fünkchen Skepsis Glauben schenken, akzeptieren keine Fakten. Mit einer Basta-Mentalität wollen sie ihre Ansichten durchsetzen und nur diese gelten lassen. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Haltung ausgerechnet an einem Wahlabend nicht in einer undemokratischen Form entlädt.

Den Autor erreichen Sie unter: michael.bertram@mz-web.de


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