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Klinikum Merseburg: Zwei neue Praxen für die Kleinen

Dagmar Scherling mit ihren Kollegen Gabriele Körner und Robert Mehl (v.l.)

Dagmar Scherling mit ihren Kollegen Gabriele Körner und Robert Mehl (v.l.)

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Peter Wölk

Merseburg -

Mit ihren kleinen Patienten versteht sich Anja Huth schon bestens. Die kleine Sarah etwa muss die neue Kinderärztin im Gesundheitszentrum im Merseburger Säulenhaus gar nicht lange bitte, da will sie schon auf die Liege im Behandlungszimmer klettern. „Den Eltern stelle ich mich häufig gleich als die Neue vor, bevor sie selbst auf meine Vorgängerin zu sprechen kommen“, sagt sie.

Zum 1. Februar hat die 34 Jahre alte Ärztin die Praxis im sogenannten Medizinischen Versorgungszentrum, einer Tochter des Carl-von-Basedow-Klinikums, von Sabine Leue übernommen. Die war aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit als Kinderärztin in Merseburg eine echte Institution. Genauso wie ihre Kollegin Gertraud Albrecht, die ebenfalls in Ruhestand gegangen ist. Ihre Praxis wurde nun wiederum von Vassiliki Hummel übernommen.

Das Klinikum kennt Huth gut, hat sie hier doch ihre Ausbildung absolviert. „Nach einem Jahr Elternzeit bin ich dann auch sofort wieder hierher zurückgekehrt“, sagt sie. Als echten Vorteil sieht sie das engmaschige Behandlungsnetz, das mit dem Einzug der Kinder- und Jugendpsychiatrie in eines der Obergeschosse noch weiter verbessert wurde. „Es gibt vielleicht nicht mehr auffällige Kinder als früher, aber solche Erkrankungen werden öfter diagnostiziert“, sagt Huth, die im Zuge ihrer Ausbildung selbst eine Zeit lang im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet hat. Da sei es gut, wenn die Ärzte verschiedener Abteilungen unter demselben Dach Hand in Hand zusammenarbeiten können.

Bereits ab dem Babyalter

So sieht es auch Dagmar Scherling zwei Etagen höher. Die Fachärztin steht inmitten des hellen und farbenfroh gestalteten Flures, der seit einigen Jahren ungenutzt war. Früher war hier die Entbindungsstation des Merseburger Krankenhauses untergebracht. Heute werden hier Kinder und Jugendliche mit psychischen Auffälligkeiten behandelt. „Das geht bereits ab dem Babyalter los“, sagt Scherling, laut der es bei so frühen Therapien aber vor allem darum geht, die Mutter-Kind-Bindung zu stärken und so gravierenden Problemen im späteren Leben vorzubeugen, wie Scherling sagt.

So können hier ganze Familien behandelt werden. Zum Spektrum zählen dabei Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Autismus, Zwänge und Depressionen, aber auch Essstörungen und Suchterkrankungen. Mit zum Team gehört auch der Heilpädagoge Robert Mehl sowie die Psychologin Gabriele Körner. Muss ein Patient stationär aufgenommen werden, kann darüber hinaus die psychosomatische Abteilung auf der Kinderstation des Basedow-Klinikum im Nachbargebäude weiterhelfen - übrigens die einzige Station dieser Art in ganz Sachsen-Anhalt. (mz)


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