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Hilfe für Unfallopfer: Notfallseelsorge Merseburg sucht neue Mitstreiter

Ein Unfallort

Ein Unfallort

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Schumann

Merseburg -

Wenn die Polizei vor der Tür steht, bedeutet das meistens nichts Gutes: Ein Unfall, ein plötzlicher Tod mit ungeklärter Ursache, eine Katastrophe... Notärzte, Rettungsdienst und Feuerwehr haben sich um die Opfer gekümmert. Aber wer steht denen bei, die zurück bleiben? In solchen Fällen können die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Notfallseelsorge Hilfe leisten. Jetzt sucht das Team für den südlichen Saalekreis dringend Verstärkung.

In der Notfallseelsorge engagieren sich Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen. Die Teams arbeiten in verschiedenen Trägerschaften. Für den Altkreis Merseburg-Querfurt hat der Evangelische Kirchenkreis Merseburg, unterstützt vom Landkreis, die Trägerschaft übernommen. Zur Zeit gehören zum Notfallseelsorgeteam 15 Frauen und Männer. Durchschnittlich zwei- bis dreimal im Monat hat jeder zwölf Stunden lang Bereitschaft.

„Wer bei uns mitarbeiten möchte, muss eigentlich nur zwei Voraussetzungen erfüllen: zwischen 24 und 70 Jahre alt sein und Einfühlungsvermögen mitbringen“, sagt Teamleitungsmitglied Silke Ciszak. Bevor man zum Einsatz komme, gebe es eine fachkundige, zertifizierte Ausbildung. Sie beinhalte 80 Stunden Theorie und je acht Stunden Praktikum bei der Polizei und beim Rettungsdienst sowie Besuche in der Kreisleitstelle sowie bei einem Bestatter. Später gebe es dann aller vier bis sechs Wochen eine Art psychologische Betreuung für die Seelsorger, in denen die Fälle aufgearbeitet werden.

Todesnachrichten überbringen

Zu Einsätzen werde man dann von der Kreisleitstelle angefordert, so Silke Ciszak. „Wir sind Begleiter der Polizei, wenn die Beamten Todesnachrichten überbringen müssen.“ Dann gehe es darum, zu trösten, zuzuhören, auszuhalten. „Wir sind das Pflaster für die Seele“, beschreibt es die Notfallseelsorgerin. Es gehe darum, so schnell wie möglich ein Netzwerk für die Hinterbliebenen aufzubauen, damit diese in ihrer Trauer nicht allein seien.

Denn für die Betroffenen sei von einem Augenblick zum anderen nichts mehr so, wie es war. Für Fragen, wie: Wie soll man damit umgehen? Wie soll man damit fertig werden? Was ist jetzt zu tun? könne man zudem Hilfe vom Trauerbegleiter bis zu Organisationen wie dem Weißen Ring vermitteln.

Doch die Seelsorger seien nicht nur für die unmittelbaren Angehörigen da, ergänzt Silke Ciszak. Sie würden auch Freunde oder Kollegen in Schulen oder Betrieben betreuen oder bei Großeinsätzen wie etwa dem Zugunglück in Bayern vor Ort zum Einsatz kommen. (mz)

Für Interessenten an der ehrenamtlichen Tätigkeit des Notfallseelsorgers gibt es am 23. Februar, 19 Uhr, in den Räumen des Evangelischen Kirchenkreises am Domplatz 6 in Merseburg eine Informationsveranstaltung.Kontakt ist auch per Mail möglich unter: notfallseelsorge@kirchenkreis-merseburg.de


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