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Gymnasium Querfurt: Hängepartie hat ein Ende

Ralf Walzebok (l.) erhält die Ernennungsurkunde zum Leiter des Gymnasiums Querfurt von Wolf-Dieter Boine.

Ralf Walzebok (l.) erhält die Ernennungsurkunde zum Leiter des Gymnasiums Querfurt von Wolf-Dieter Boine.

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Peter wölk

Querfurt -

Zweieinhalb Jahre musste sich Ralf Walzebok, Leiter des Gymnasiums Querfurt, gedulden. Wenn die Schule nach den Winterferien in dieser Woche wieder den Betrieb aufnimmt, wird er endlich als offizieller Schulleiter die Geschicke der Einrichtung lenken. Denn die ganze Zeit hatte er dies nur kommissarisch gemacht - als einer von vielen im Land, wie die Gewerkschaft GEW kritisiert.

Dass ihm Wolf-Dieter Boine, Direktor beim Landesschulamt, jetzt die Ernennungsurkunde überreichte, freute Walzebok natürlich sehr. Allerdings zeigte sich sowohl bei ihm als auch bei der Vorsitzenden des Fördervereins des Gymnasiums, Cornelia Faust, auch große Erleichterung, da die Hängepartie nun vorüber ist. „Die zweieinhalb Jahre waren schon sehr belastend für alle“, klagte Faust. Boine verwies auf die Ausschreibungen, die in er Regel eine lange Zeit, im Durchschnitt nämlich gut anderthalb Jahre, in Anspruch nehmen. Im Fall Querfurt kam hinzu, dass Walzebok zunächst nicht von der Gesamtkonferenz akzeptiert wurde und ein Konkurrenzverfahren um die Besetzung des Postens lief.

Probleme, die auch der GEW-Vorsitzende Thomas Lippmann kennt. „Das ist ein weit verbreitetes Problem“, sagte er ohne konkrete Zahlen zu nennen. Die kommissarische Besetzung von Schulleiterposten wirke sich vor allem auf die Arbeitsabläufe, aber auch auf die Bezahlung der Kandidaten aus. „Es ist eine Funktionsbezahlung, bei der auch aufgrund von Beförderungsschritten erst nach Jahren das eigentliche Gehalt steht“, sagte Lippmann. Wer kommissarisch leitet, geht leer aus. Die Gründe für die Hängepartien im Land sind aus Lippmanns Sicht vielfältig. Häufig seien die Schwierigkeiten, freie Schulleiterposten zu besetzen, auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Laut Lippmann beträgt das Durchschnittsalter der Lehrerschaft in den gut 800 Schulen im Land derzeit 51 Jahre, Schulleiter dürften noch etwas älter sein. „Eigentlich müssten Bewerber bereits fünf Jahre im Dienst sein, bevor sie sich auf die Stelle bewerben können“, sagt Lippmann. Weil die Suche immer schwieriger werde, sei diese Regel jedoch längst gekippt worden. Hinzu komme, dass gut zwei Drittel der Lehrer auch Lehrer bleiben wollen. „Die wollen Menschen unterrichten und sich nicht um die Verwaltung einer Schule kümmern“, sagt er. Und sollte es dann doch mehrere Bewerber auf einen Posten geben, werde die Vergabe womöglich wie im Fall Querfurt durch Konkurrenzverfahren in die Länge gezogen.

Immerhin ist es im Saalekreis nicht ganz so schlimm wie andernorts im Land: „Es gab bereits den Fall, da musste eine Schulleiterin über Jahre hinweg die benachbarte Schule mitleiten, weil sich für diese kein Bewerber gefunden hat“, erzählt Lippmann. In Querfurt ist das Problem nun gelöst. (mz)


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