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Grundausbildung bei der Feuerwehr: Retten muss gelernt sein

29 junge Männer und Frauen diverser Feuerwehren aus dem Saalekreis absolvieren einen Teil ihrer Grundausbildung.

29 junge Männer und Frauen diverser Feuerwehren aus dem Saalekreis absolvieren einen Teil ihrer Grundausbildung.

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Peter Wölk

Bad Dürrenberg -

Michael Kiepschs kritischem Blick entgeht kein Detail. „Wo müssen die Hände hin?“, ruft der Stadtjugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Bad Dürrenberg gleich mehreren seiner Schützlinge zu, die am vergangenen Wochenende, die bis zu zwölf Meter ausfahrbare und rund 100 Kilogramm schwere Schubleiter erklimmen. Dass sich die neuen Feuerwehrmänner und -frauen dabei immer wieder am Rahmen der Leiter festhalten und nicht wie vorgeschrieben an den Sprossen, bemängelt Kiepsch nicht ohne Grund: „Es braucht nur zu regnen und ihr rutscht mit den Händen sofort ab“, erklärt er.

Es sind die Grundlagen, die Kiepsch und seine Kollegen, den 29 gerade erst in Dienst getretenen Kameraden verschiedener Ortswehren aus Bad Dürrenberg, Leuna und Kabelsketal vermitteln wollen. „Heute steht insbesondere die technische Ausrüstung im Vordergrund“, erklärt Ortswehrleiter Bernhard Vogel.

„Wir zeigen unter anderem, welche Leitertypen es gibt und wie man sie im Ernstfall sicher aufstellt.“ Damit bei den Einsätzen später auch ja nichts schiefgeht, wurde selbst das Entladen der Ausrüstung geprobt. Auch das sichere Absperren eines Einsatzortes wurde trainiert. Zudem lernten die Kameraden die verschiedenen Lampen und Scheinwerfer kennen.

70 Stunden umfasst die Grundausbildung zum Freiwilligen Feuerwehrmann, allein 49 Stunden davon entfallen auf praktische Übungen. Für diejenigen, die dann auch noch die anschließende Prüfung meistern, schließen sich weitere 80 Stunden Ausbildung an. Retten muss eben gelernt sein. „Bis die Kameraden richtig mit eingesetzt werden, können gut zwei Jahre vergehen“, erklärt Vogel.

In den Schulungen haben es die Ausbilder mit keiner sehr homogenen Truppe zu tun. „Viele bringen so gut wie keine Erfahrung mit“, berichtet der Ortswehrleiter. Für andere wiederum ist die Feuerwehr kein Neuland, sind sie doch schon seit ihrer Jugend Mitglieder in einer Freiwilligen Wehr. Einige, das ist auch am Wochenende zu merken, zeigen angesichts so mancher Herausforderung gehörigen Respekt. „Es gibt Kameraden, die klettern nicht mal auf das Löschfahrzeug, sind aber hervorragend in der Einsatzleitung“, stellt Jugendwart Michael Kiepsch klar. „Man muss eben nur wissen, wo jeder seine Stärken hat und wie man ihn einsetzen kann.“

Ohnehin sind den Ausbildern Kollegen lieber, die besonnen ans Werk gehen. „Man trifft in den Lehrgängen doch immer wieder Leute, die sehr energisch zur Sache gehen“, erklärt Bernhard Vogel. „Denen muss man dann schon nochmal erklären, dass sie besonnener agieren sollten.“

Grundsätzlich sei aber erstmal jeder willkommen: „Eigentlich sucht jede freiwillige Feuerwehr händeringend Verstärkung“, sagt Vogel. Interessenten sollten sich in ihrem jeweiligen Heimatort einfach melden, um schnellstmöglich mit der Ausbildung beginnen zu können. (mz)


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