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Fliegerbombe in Bad Dürrenberg: Gedämpfte Explosion am Sportplatz

Reste von Strohballen erinnern auf einem Sportplatz in Bad Dürrenberg an die Sprengung einer Fliegerbombe.

Reste von Strohballen erinnern auf einem Sportplatz in Bad Dürrenberg an die Sprengung einer Fliegerbombe.

Foto:

Peter Wölk

Bad Dürrenberg -

Punkt 16 Uhr war der Spuk vorbei: In Bad Dürrenberg (Saalekreis) ist am Sonntag eine 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich gesprengt worden. Weil sie über einen chemischen Langzeitzünder verfügte, konnte sie nicht abtransportiert, sondern musste vor Ort zur Detonation gebracht werden. Rund 4 500 Bad Dürrenberger, weniger als zunächst angegeben, mussten seit dem Vormittag ihre Häuser verlassen. Beeinträchtigungen gab es auch im Bahnverkehr: Die nur rund 150 Meter von der Bombenfundstelle entfernte ICE-Strecke musste komplett gesperrt werden, Züge hielten schon seit dem Vormittag nicht mehr im Bahnhof Bad Dürrenberg.

Vierter Fall in kurzer Zeit

Die Bombe von Bad Dürrenberg war bereits der vierte Kampfmittelfund im Saalekreis innerhalb weniger Tage. Anfang Oktober musste nahe dem Merseburger Klinikum eine Panzergranate gesprengt werden, zudem gab es zwei Bombenfunde während Bauarbeiten in Braunsbedra. Die Region gehört zu den am meisten kampfmittelbelasteten in Sachsen-Anhalt. Alliierte Luftstreitkräfte hatten zum Ende des Zweiten Weltkrieges tausende Bomben und Luftminen über dem Chemiewerk Leuna oder dem Addinol-Gelände Krumpa abgeworfen. Rund zehn bis 20 Prozent, schätzen Experten, könnten damals nicht explodiert sein.

In ganz Sachsen-Anhalt wurden im vergangenen Jahr insgesamt 112 Blindgänger entschärft. Experten rechnen damit, dass noch über mehrere Jahrzehnte gefährliche Weltkriegs-Hinterlassenschaften gefunden werden. Die meisten Fundorte befinden sich im Raum Magdeburg, der Region um Merseburg und Leuna oder auch Zeitz.

Warum sich die ursprünglich für 13.30 Uhr geplante Sprengung bis gegen 16 Uhr verzögerte, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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