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Ein neues Haus für Stella aus Merseburg: Großer Bahnhof für ein kleines Mädchen

Überglücklich: Coralie Linke, Stella, Dominik Adler und der kleine Erik in Stellas neuem, bunten Zimmer.

Überglücklich: Coralie Linke, Stella, Dominik Adler und der kleine Erik in Stellas neuem, bunten Zimmer.

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Peter Wölk

Merseburg -

Das Geschenk für Stella ist bunt, hat lange Ohren und kann sogar sprechen. „Hallo Stella“, sagt der kleine Plüschhase.

Es dauert eine Weile, doch irgendwann kommt es: ein Lächeln auf dem Gesicht eines kleinen Mädchens. Es kann nicht verstehen, dass ihm und seiner Familie gerade ein noch viel größeres Geschenk gemacht wurde. Das zu begreifen, den tiefen Dank in Worte zu fassen, fällt selbst Erwachsenen schwer. „Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn!“, sagt Stellas Mutter Coralie Linke und kämpft mit den Tränen. „Es ist rührend, wie sich so viele Menschen um ein kleines Mädchen kümmern.“ Nach neun Monaten ist es vollbracht: Die Familie des schwerkranken Kindes erhält ein zum größten Teil durch Sponsorenleistungen errichtetes Haus in Merseburg. Und Linke ist überzeugt: „Für Stella wird es hier eine wunderschöne Zukunft sein.“

Das Angelman-Syndrom

Die Vierjährige leidet am Angelman-Syndrom, einem sehr seltenen Gendefekt, der die körperliche und geistige Entwicklung des Mädchens deutlich verzögert. Stella hat epileptische Anfälle, kann nicht selber sitzen, wird vielleicht nie laufen können. Sie kann auch nicht reden. Ihre Eltern haben ein ganz eigenes Kommunikationssystem mit ihr entwickelt. „Wir verstehen ihr Schreien, können Quietschgeräusche deuten und auch ein bestimmtes Lachen“, sagt die Mutter. „Stella ist einzigartig und manchmal auch ein bisschen frech“, schwärmt die 28-Jährige. „Sie weiß uns um die Finger zu wickeln.“

Nur die Pflege, die sie rund um die Uhr braucht, war in der alten Wohnung alles andere als einfach: Das Bad war „grausam eng“, jedes Kochen wurde zur Herausforderung, weil Stellas schwerer Therapiestuhl nicht in die Küche passte, das Mädchen wegen seiner Anfälle aber ständig im Auge behalten werden muss. Und dann noch eine Außentreppe in den ersten Stock...

Anderthalb Jahre waren Linke und Stellas Vater Dominik Adler (31), der als Produktionsingenieur in der Textilindustrie arbeitet, auf der Suche nach einer behindertengerechten Wohnung. Dann zeigte sich, dass Fußball weit mehr ist als ein Spiel für 22 Spieler. Da war zunächst eine Spendensammlung des SV 99 Merseburg, bei dem Adler spielt, für eine Delfintherapie. Dann waren da die Merseburger HFC-Fans, die Stellas Geschichte zum Halleschen Fußballclub trugen. Und da war insbesondere Gerd Micheel, Küchenstudio-Inhaber, Sponsor des HFC und Gründer des Vereins „Pro Handicap“ in Halle. Angesprochen vom HFC-Präsidium, hat er Stellas Familie vor einem Jahr besucht.

Auf der nächsten Seite lesen Sie wie die Idee zum Hausbau entstand und wie 70 Investoren eine einmalige Spendenaktion auf die Beine stellten.

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