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Chaos rund um Schulzentrum in Merseburg: Busverbot für Dürer-Straße?

Bernd Hesselbarth dokumentiert schon seit geraumer Zeit die Verkehrslage rund um den Schulkomplex Dürer-Straße. Er fordert Veränderungen.

Bernd Hesselbarth dokumentiert schon seit geraumer Zeit die Verkehrslage rund um den Schulkomplex Dürer-Straße. Er fordert Veränderungen.

Merseburg -

Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Das Schulzentrum in der Albrecht-Dürer-Straße in Merseburg ist verwaist - kein Wunder in den Winterferien und eine Wohltat für die Anwohner. Ab Donnerstagfrüh geht der Trubel wieder los.

Dann bringen 26 Schulbusse rund 350 Mädchen und Jungen zum Domgymnasium und zur Dürer-Sekundarschule sowie Eltern ihre Kinder in die ebenfalls hier ansässige Grundschule. Zu den Stoßzeiten am Morgen und nach Schulschluss wird es voll auf den Straßen im Wohnviertel - mit zum Teil chaotischen Verhältnissen. „Es reicht nicht, Parkverbotszonen zu ändern. Der Schwerverkehr muss raus hier. Nur das hilft“, sagt Bernd Hesselbarth, der unmittelbar in der Nähe der Schulen in der Wilhelm-Liebknecht-Straße wohnt.

Hesselbarth hat einen Vorschlag, wie sich das Problem lösen ließe. Im Dreieck Eisenbahnstraße, Liebknecht-Straße und Lauchstädter Straße besitzt die Stadt eine große Brachfläche. Hier könnte seiner Ansicht nach ein Parkplatz für Busse und Pkw gebaut werden. „Dann müssten die Schüler etwa 350 Meter bis zu den Schulen laufen. Ich halte das für zumutbar“, sagt er. Stadt und Landkreis reagieren zurückhaltend auf die Idee. Durch ein verschärftes Parkverbot in der Dürer-Straße, das zeitlich befristet ist, haben sich die Verhältnisse schon spürbar gebessert. „Und genau das ist auch unser Hauptanliegen gewesen. Priorität hat der sichere Schulweg. Aber natürlich können wir uns den Sorgen der Anwohner nicht verschließen“, sagt Gerd Heimbach, Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes in Merseburg.

Nach einem Vor-Ort-Termin will Heimbach die komplette Problematik noch einmal aufrollen und selbst jene Lösungen noch einmal untersuchen lassen, die eigentlich verworfen wurden. Dazu gehört auch der Bau einer Bushaltestelle direkt hinter dem Schulzentrum an der Bundesstraße 91.

Der Landkreis als Träger des Gymnasiums und der Sekundarschule sieht sich indes in einer begleitenden Rolle. „Unser Anliegen ist es aber, dass die Bushaltestellen möglichst schulortnah gelegen sind“, erklärt Kreissprecherin Kerstin Küpperbusch. Für die Einrichtung der Haltestellen sei freilich die Stadt verantwortlich. Und so müsse Merseburg „federführend“ auch entscheiden, ob ein zentraler Schulbusparkplatz an der Liebknecht-Straße gebaut werden solle oder nicht. Stadt und Kreis verhehlen indes nicht, dass Eltern diesen Vorschlag kritisch sehen. Sie wollen ihre Kinder so nah wie möglich an den Schulen absetzen. Pkw-Fahrer würden einen solchen Stellplatz daher wohl nicht nutzen.

Aber auch der Landkreis sieht eine Möglichkeit, wie die Lage entspannt werden könnte - mit einer Einbahnstraßenregelung für die Dürer-Straße. „Dich auch das kann nur die Stadt entscheiden. Ein Konflikt mit den Anwohnern wäre jedoch vorhersehbar“, glaubt Küpperbusch. Der Landkreis selbst will noch in diesem Jahr 75 000 Euro investieren, um vor dem Domgymnasium die Aufstellfläche für Schüler zu erweitern, die auf die Schulbusse warten. Im Zug der Schulhofsanierung soll dieses Bauprojekt umgesetzt werden.

Für Hesselbarth und andere Anlieger ist vor allem wichtig, dass der Status quo nicht als gegeben hingenommen wird und die Behörden nach Lösungen suchen. „Mein Haus hat Risse, die immer größer werden. Für mich liegt die Ursache in den Erschütterungen, die entstehen, wenn die Busse über das Kopfsteinpflaster fahren. Das ist doch keine Wohnqualität“, sagt er und nennt die Situation „grauenvoll“. (mz)


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