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Asylpolitik in Merseburg: Protest gegen „Lagerhaltung“

Demonstranten

„Abschiebung = Mord“ und ähnliche Aussagen standen auf Transparenten der Demonstranten.

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Peter Wölk

MERSEBURG/MZ -

Auf den Transparenten steht „Abschiebung = Mord“ und „Lagerhaltung - ein deutsches Produkt“ oder „Asylrecht ist Menschenrecht“. Was die Demonstranten fordern, haben sie auf Handzettel gedruckt, die sie während ihres Marsches durch Merseburg an die Leute verteilen, die am Straßenrand stehen. Die Initiative Togo Action Plus, an der Spitze steht der Togolese Komi E. (lebte früher selbst als Migrant im Saalekreis und wohnt jetzt in Berlin), fordert dezentrale Wohnungen für alle Flüchtlinge, die in Krumpa wohnen. Das Lagersystem und die Residenzpflicht sollen abgeschafft werden und das „Profitunternehmen der Heimbetreiber“ gestoppt werden. Der „Behördenrassismus“ solle bekämpft werden und für eine gute medizinische Versorgung im Sinne der allgemeinen Menschenrechte gesorgt werden. Die Demonstrierenden zogen am Montag vom Kloster, wo sich die Ausländerbehörde des Saalekreises befindet, durchs Krumme Tor in Richtung König-Heinrich-Straße und dann zum Entenplan, wo es eine kurze Kundgebung gab. Begleitet wurden die 32 Demonstranten von zehn Polizeifahrzeugen und 50 Beamten.

„Wir haben uns so vorbereitet, weil wir 2011 schon einmal eine Demonstration gegen die Asylpolitik hatten, und damals kam es zu kleineren Protesten“, sagte Jürgen Müller, Sprecher des Polizeireviers Saalekreis. „Es gab Menschen, die mit der Demonstration nicht einverstanden waren.“ Zur Verhinderung von Straftaten habe man mehrere Personen vorsorglich in Gewahrsam nehmen müssen. Die Demonstration am Montag blieb friedlich.

Etwas verärgert über die Demo am Montag war Marcus Skowronek, Leiter des Betreuungs- und Integrationshilfevereins, der das Heim in Krumpa betreibt. „Die Vertreter der Initiative haben bisher nicht das Gespräch mit uns gesucht, sind nicht mal in Krumpa vorbeigekommen und haben mit uns gesprochen.“ Manche der Asylbewerber, die zur Demo abgeholt wurden, oder auch andere, die neulich von einem anderen Verein zu einer Demo in Bitterfeld abgeholt worden waren, wüssten nicht einmal warum sie demonstrieren.


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