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AfD in Merseburg: "Es ist Gift für unsere Gesellschaft"

Das Bündnis gegen Rechts lud in Merseburg zur Gegendemo.

Das Bündnis gegen Rechts lud in Merseburg zur Gegendemo.

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Peter Wölk

Merseburg -

Weitestgehend friedlich sind am Montagabend im Zentrum von Merseburg zwei politische Kundgebungen verlaufen. Zwei Monate vor der Landtagswahl wollte die nationalkonservative AfD rund 1.000 Menschen mobilisieren - am Ende kamen laut Polizeiangaben aber nur etwa 450 Personen auf die Kliaplatte, um dem umstrittenen Thüringer Landeschef der Partei, Björn Höcke, zu lauschen. Dieser wandte sich in seiner Rede unter anderem gegen die Politik der Bundesregierung.

Im Gegenzug waren rund 120 Teilnehmer dem Aufruf des Merseburger Bündnisses gegen Rechts zu einer Kundgebung in der Gotthardstraße gefolgt. Vertreter aus Politik und Gesellschaft, darunter auch ein Flüchtling aus Syrien, setzten sich in ihren Redebeiträgen für Toleranz und gegen Gewalt ein.

Sorge um den Frieden

Zudem verurteilten sie die Übergriffe auf Frauen in mehreren Städten in der Silvesternacht. „Respektlosigkeit und Gewalt gegen Frauen hat in unserem Land keinen Platz“, sagte etwa Dompfarrer Martin Eberle. Mit Blick in die Kriminalitätsstatistik hätten diesbezüglich aber auch viele Einheimische noch größere Lernprozesse vor sich, betonte der Geistliche. „Es ist Gift für unsere Gesellschaft, wenn Übergriffe wie in Köln allgemein den Flüchtlingen zugerechnet werden.“

„Vor Ihnen steht ein besorgter Bürger“, sagte der Merseburger Stadtratsvorsitzende Hans-Hubert Werner (CDU) bei der Kundgebung. „Ich sorge mich um den Frieden in unserer Stadt“, schob Werner hinterher und bezog sich damit auf die zunehmend gespaltene Bevölkerung. Die Linken-Politikerin Kerstin Eisenreich zog den von der AfD neu entdeckten Kampf für Frauenrechte in Zweifel. Dies stehe im gewaltigen Kontrast zu bisher gemachten Äußerungen einiger AfD-Politiker.

Nach gut drei Stunden waren beide Kundgebungen zu Ende. Laut Polizei kam es zu kleineren Auseinandersetzungen. So wurden nach einer Rangelei auf der Kliaplatte unter anderem gegen mehrere Personen Anzeigen geschrieben. (mz)


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