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Tourismus in der Elsteraue: Surfen oder Naturschutz am Tagebaurestloch?

Uhr | Aktualisiert 17.01.2013 12:28 Uhr
Der Wallendorfer See ist bereits seit vielen Jahren geflutet, ebenso der benachbarte Raßnitzer See. Doch konkrete Pläne für eine touristische Nutzung gibt es immer noch nicht. (ARCHIVFOTO: MARCO JUNGHANS) 
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Während die touristische Vermarktung des Geiseltalsees bis zur Gesamtfreigabe des früheren Tagebaus weiter auf sich warten lässt, gehen auch rund um die Seen in der Gemeinde Schkopau die Diskussionen über die Nutzung weiter.
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SCHKOPAU/MZ. 

Während die touristische Vermarktung des Geiseltalsees bis zur Gesamtfreigabe des früheren Tagebaus weiter auf sich warten lässt, gehen auch rund um die See in der Gemeinde Schkopau die Diskussionen über die Nutzung weiter. Dabei sind sich noch nicht alle Anrainer darüber einig, wie viele Menschen man mit der Vermarktung der Seen als Naherholungsgebiet erreichen möchte. Wir wollen an unseren Seen keine große touristische Erschließung, stellte nun aber Schkopaus Bürgermeister Andrej Haufe (CDU) im Gespräch mit der MZ klar.

"Der Raßnitzer See soll ja überwiegend für Naturschutzbelange zur Verfügung stehen, nur fünf bis sechs Prozent der Uferflächen sind für die Naherholung bestimmt", erklärte der Bürgermeister. Doch wie der vergangene Sommer zu Lasten der Anwohner gezeigt hatte, suchen die Badegäste in erster Linie ihr persönliches Vergnügen ohne auf den Schutz brütender Tiere oder seltener Pflanzen zu achten. "Ich habe mir sagen lassen, dass man ausgerechnet am Raßnitzer See sehr gut surfen kann, was auf dem Wallendorfer See wohl nicht möglich ist", erzählte Haufe. Die Folge des unkontrollierten Tourismus sei, dass die Ortschaften Raßnitz und Burgliebenau vor allem an den Wochenenden vom Ansturm der Badewilligen überrollt werden.

Über die richtige Strategie wie die Touristenströme, wildes Parken und lautstarke Feiern zu bewältigen sind, diskutieren die Ortsvertreter während der laufenden Erstellung des Masterplans. "Meine Idee ist, in den beiden geplagten Orten eine Parkplatz-Bewirtschaftung hinzukriegen", sagte Haufe.

Während der letzten Beratung im zuständigen Seen-Ausschuss wurden unterschiedliche Vorstellungen zur Vermarktung der Gebiete deutlich. So wirkte es mehrfach so, als würde sich Wallendorfs Bürgermeister Hans-Joachim Pomian (parteilos) auch dem überregionalen Tourismus nicht verschließen wollen. "Das große Ding will eigentlich keiner", macht hingegen Haufe deutlich. "Pomian ist lange Zeit selbstständiger Bürgermeister gewesen und hat in manchen Dingen eine andere Sichtweise." Beim Thema Seen vertrete er eigentlich nur die Auffassung, dass es nicht möglich ist, einen Zaun und Wachtürme aufzustellen, damit die Anwohner ihre Ruhe haben. "Wir müssen schon in manchen Rahmen die Nutzung ermöglichen und die Ströme etwas kanalisieren", sagt Haufe. Zudem sei Wallendorf sehr aktiv geworden, weil eine touristische Nutzung der örtlichen Uferzone zwischenzeitlich ganz ausgeschlossen worden war.

Am liebsten wäre es vielen Burgliebenauern, wenn überhaupt keine Badegäste von außerhalb kämen, glaubt Schkopaus Bürgermeister. "Aber das ist nun einmal nicht realistisch", sagt er. Auch mit Blick auf die Vorbehalte vieler Anrainer gegenüber jüngeren Gästen, die im vergangenen Sommer mehrfach durch nächtliche Partys nahe der Siedlungen aufgefallen waren, sei die Herangehensweise Pomians eher zu begrüßen. Denn diesem sei klar geworden, dass man die Jugendlichen nicht ständig vertreiben, ihnen aber Angebote machen könne, um sie langfristig stärker in die Verantwortung zu nehmen.

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