Auf die Frage „Wie finden Sie den Merseburger Weihnachtsmarkt?“ antworteten 35,71 Prozent mit „gut“, 4,76 Prozent mit „ausreichend“ und 59,52 Prozent gaben der Merseburger Schlossweihnacht das Prädikat „schlecht“. Dieses „schlecht“ kann allerdings vielerlei bedeuten - dass manche Buden aufgrund des Besuchermangels bereits um 18.30 Uhr oder noch früher schließen, obwohl bis 21 Uhr geöffnet sein müsste. Es könnte aber auch bedeuten, dass das Angebot nicht besonders vielfältig ist.
„Wer für die Organisation dieser Schlossweihnacht zuständig ist, sollte darauf achten, dass keine Branche zu häufig vertreten ist“, sagt Camillo Franzelius. „Ich lebe davon, dass ich zum Beispiel Glühwein verkaufe. Aber hier kann ja mittlerweile jeder Sockenhändler nebenbei noch Glühwein verkaufen.“ Von den vier Buden auf dem Domplatz verkaufen drei Glühwein. Das Verhältnis im Schlossinnenhof ist beinahe ähnlich. Camillo Franzelius, Schausteller aus Schkeuditz, ist schon seit den 90er Jahren immer mit mehreren Buden und Fahrgeschäften auf dem Merseburger Weihnachtsmarkt vertreten. Er will nicht zu viel sagen, weil er eigentlich keine schlechte Stimmung verbreiten will. „Aber ich würde gern mal mit jemandem reden, der hier die Verantwortung trägt.“ Extra für Merseburg hatte Franzelius zwei neue Buden für einen Glühweinstand und einen Stand mit kandiertem und schokoliertem Obst gebaut, doch der Umsatz lässt zu wünschen übrig.
Gastronom Henryk Huffziger war bis gestern Nachmittag auch noch nicht so recht zufrieden mit der diesjährigen Schlossweihnacht. „Wir haben 40 Prozent dessen an Umsatz gemacht, was wir uns vorgenommen haben, aber wir warten mal noch das Wochenende ab“, meinte er leicht zuversichtlich.
Die Merseburger Schlossweihnacht ist heute von 14 bis 21 Uhr geöffnet, am morgigen Sonntag von 14 bis 18 Uhr.