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Schkopau: Unbekannte zapfen Strom von der Gemeinde ab

Uhr | Aktualisiert 28.01.2013 11:40 Uhr
Stecker und Steckdose (SYMBOLFOTO: DPA) 
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Dass Strom angesichts immer neuer Preiserhöhungen nicht günstig ist, das dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein. Besonders intensiv mit den Preisen haben sich Sparfüchse in der Gemeinde Schkopau beschäftigt - und dabei offensichtlich auch gleich eine günstige, aber leider auch verbotene Alternative gefunden.
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SCHKOPAU/MZ. 

Denn obwohl man in der Gemeinde angesichts der schwierigen Haushaltssituation gerade selbst dabei ist, jeden Euro dreimal umzudrehen, haben die dreisten Täter im vergangenen Jahr einfach den Strom der Gemeinde abgezapft und auf diese Weise beträchtlichen Schaden angerichtet. "Im Dezember flatterte dann plötzlich eine Rechnung der enviaM ins Rathaus", erzählt Schkopaus Bürgermeister Andrej Haufe (CDU). Der Versorger stellte der Gemeinde darin die nicht alltägliche Summe von 5 542 Euro in Rechnung, die nicht etwa innerhalb eines Jahres zusammengekommen waren, sondern lediglich in zwei (!) Monaten.

Wie die Täter genau vorgegangen sind, gibt selbst dem früheren Polizeioberrat Haufe derzeit noch Rätsel auf. "Wir können uns das bis jetzt noch nicht so richtig erklären", sagt der Bürgermeister, der nach Bekanntwerden des Falls bei der Polizei Anzeige erstattete. Denn ein technischer Defekt sei in diesem Fall zweifelsfrei ausgeschlossen. "Ein envia-Mitarbeiter hat die Anlage überprüft und es funktionierte alles", sagt er.

Fest steht lediglich der Ort, an dem sich die Täter in das Netz der Gemeinde eingeklinkt hatten - der Festplatz.

Die letzte Veranstaltung ging dort im vergangenen September über die Bühne, danach müssen sich die Unbekannten am Gemeinde-Strom bedient haben. Hinzu kommt, dass der Schaltkasten auf dem Platz gesichert ist, die Täter also das Kabel in Richtung Bühne angezapft haben müssen, erklärt der Bürgermeister.

Nachdem die Gemeinde im vergangenen Jahr bereits die erwarteten Einnahmen immer wieder nach unten korrigieren musste, war die saftige Stromrechnung zum Jahresabschluss auch noch ein heftiger Schlag auf der Ausgabenseite. "Ein Unglück kommt eben nur selten allein", sagt Andrej Haufe mit einer gehörigen Portion Galgenhumor, auch weil der nächste finanzielle Schaden nicht lange auf sich warten ließ: auch eine industrielle Spülmaschine ging im Dezember kaputt, wodurch weitere 4 000 Euro aufgewendet werden mussten.

Die Dreistigkeit der Täter macht den Bürgermeister aber auch sprachlos, zumal erst kurz zuvor mit einer größeren Summe nicht gezahlter Kita-Gebühren ein anderes von Dritten gerissenes Finanzloch aufgetaucht war. 50 000 Euro, so rechnete der Bürgermeister damals vor, schulden Eltern wegen der erfolgten, aber nicht bezahlten Kinderbetreuung in kommunalen Einrichtungen der Gemeinde.

"Nach aktuellem Stand besteht wohl nur noch bei 20 000 Euro die Chance, das Geld noch zu erhalten", so Haufe.

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