Merseburg/Querfurt
Nachrichten, Bilder, Videos, Services, Wetter aus Merseburg und dem Saalekreis mit Querfurt, Braunsbedra, Bad Dürrenberg, Schkopau, Mücheln und der ganzen Region.

Vorlesen

Saalekreis: Zu Fuß von Tunnel zu Tunnel

Uhr | Aktualisiert 06.07.2012 21:34 Uhr
Drucken per Mail
Aus der Osterberg-Tunnelröhre (links)...

Aus der Osterberg-Tunnelröhre (links) kommend, stößt man jetzt direkt auf die gewaltige Unstruttal-Brücke, die wie der Tunnel nun rohbaufertig ist. (FOTO: PETER WÖLK)

Von
Der so genannte Brückenschlag zwischen dem Osterberg- und dem Bibratunnel ist am Freitag unterhalb des gewaltigen Bauwerkes mit einem Tagesfeuerwerk und lauter Knallerei offiziell gefeiert worden.
Steigra/MZ. 

"Jetzt können unsere Bauleute endlich vom Osterberg- zum Bibratunnel laufen, ohne in die Tiefe zu stürzen, wenn sie die Tunnelröhre bei Steigra verlassen." Das stellte am Freitag Marcus Schenkel, Projektleiter der ICE-Neubaustrecke Erfurt-Leipzig / Halle, voller Genugtuung fest. Wenn sie nämlich jetzt ihren Fuß aus dem Tunnel setzen, dann treten sie auf die seit Freitag im Rohbau fertige Unstruttalbrücke, die sich zwischen den beiden Tunnelbauwerken über das Tal der Unstrut bei Karsdorf spannt.

Der so genannte Brückenschlag ist am Freitag unterhalb des gewaltigen Bauwerkes mit einem Tagesfeuerwerk und lauter Knallerei offiziell gefeiert worden. So nennen es die Experten, wenn Lücken geschlossen werden. Wie eben die zwischen dem Osterbergtunnel und der Unstruttalbrücke, und damit zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen, zwischen der Querfurter Platte und dem Thüringer Becken, wie es Marcus Schenkel erklärte.

Den Minister für Landesentwicklung und Verkehr Thomas Webel (CDU) indes macht es stolz, dass die zweitlängste Eisenbahnbrücke Deutschlands in Sachsen-Anhalt steht. "Zumal hier erstmals in Deutschland eine ganz besondere Konstruktionsform angewandt wurde, die ein wunderbar schlankes und elegantes Bauwerk zustande brachte."

Aber man könne es sicherlich trotzdem nicht jedem Recht machen, so Frank Kniestedt, Pressesprecher der Bahn. "Wir haben viele Informationsveranstaltungen durchgeführt an den Standorten der Bauwerke, ehe wir mit dem Bau begannen." Trotzdem ärgern sich vor allem einige Karsdorfer über die Brücke, nennen sie gar Monstrum, das nicht ins Tal passe.

Dennoch kamen am Nachmittag Gegner und Befürworter des Bauwerkes zum Tag der offenen Baustellen und viele von ihnen schauten sich nicht nur die gewaltige Brücke an sondern wanderten auch ein Stück durch die beiden Röhren des Osterbergtunnels, der von Kalzendorf aus durch den Berg getrieben wurde, und der inzwischen auch im Rohbau fertig ist.

Angenehme Kühle und außergewöhnliche Ruhe empfing die Tunnelwanderer an diesem schwülen Tag in den Röhren, die nun auf die Ausrüstung mit Fahrbahn, Gleisen, Oberleitungen, elektrischen und elektronischen Einrichtungen warten. Auf einer Seite jeder Röhre sind die Rettungsgeländer montiert, an denen sich (hoffentlich nie) die Fahrgäste entlangtasten können, um bei Gefahr den Tunnel zu verlassen.

"Wer noch mehr wissen möchte, sollte unser Info-Zentrum in Kalzendorf besuchen. Das ist mittwochs bis sonntags von 12 bis 19 Uhr geöffnet", so Kniestedt.

Auch interessant
Bildergalerien Merseburg
Babybilder
Kontakt zur Lokalredaktion Merseburg Bahnhofstraße 17a
06217 Merseburg
Tel.: (0 34 61) 25 91 80
Fax: (0 34 61) 25 91 829
E-Mail: redaktion.merseburg@mz-web.de
MZ Merseburg bei Twitter
zum Kontaktformular

Lokalsport Merseburg/Querfurt
E-Paper
Mitteldeutsche Zeitung Titelblatt

Lesen Sie Ihre Mitteldeutsche Zeitung online und auf dem iPad/iPhone. So sind Sie jederzeit aktuell informiert.