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Saalekreis: Vermögensfragen sind geklärt

Uhr | Aktualisiert 21.12.2012 22:00 Uhr
Die Eigentumsverhältnisse der Lunstädter Kirche waren ungeklärt. (FOTO: P. WÖLK) 
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Gehört eine Kirche nicht automatisch der Kirche? Offensichtlich nicht. In Roßbachs Ortsteil Lunstädt war in den vergangenen sieben Jahren unklar, wer Eigentümer des Grund und Bodens ist, auf dem "St. Margarethe" steht. Jetzt hat das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen das schwebende Verfahren geklärt und die Kirche der Kirchengemeinde zugeordnet.
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LUNSTÄDT/MZ. 

Es war vor sieben Jahren, erklärt Superintendentin Christiane Kellner. Damals habe man die Kirchturmspitze nach einem Sturm heruntergeholt und geöffnet. Es fanden sich laut ihrer Auskunft Dokumente, in denen stand, das Land, auf dem sich das Gotteshaus befindet, gehöre der Gemeinde. Doch welcher? Der Kirchengemeinde oder der Gemeinde Roßbach, sprich der Stadt Braunsbedra, zu der das Dorf gehört?

Es habe seitdem immer wieder Gespräche mit Braunsbedra gegeben, so die Superintendentin. Da zum Kirchenkreis Merseburg bereits 170 Kirchen gehören würden, wäre ihr am liebsten gewesen, die Kommune hätte Grund und Boden zu ihrem Eigentum erklärt und einen Nutzungsvertrag mit der Kirche abgeschlossen. "Dann hätten wir uns um die Erhaltung der Innenausstattung gekümmert, und die Stadt wäre für außen zuständig gewesen", sagt Christiane Kellner.

Doch nun kam es anders. Die Kirchengemeinde Roßbach / Gröst habe theoretisch noch die Möglichkeit, bis zum Jahresende Einspruch gegen die Zuordnung einzulegen, die rückwirkend ab dem 3. Oktober 1990 gelte. Das wollten die Mitglieder aber nicht, würden die aktuelle Entscheidung eher als ein Weihnachtsgeschenk ansehen. Die Superintendentin aber ist hin- und hergerissen. "Ich freue mich auf der einen Seite für die Kirchengemeinde. Andererseits bin ich völlig geplättet. Wie wollen wir es bloß finanziell stemmen, dass nun noch eine Kirche in unserem Verantwortungsbereich ist?", fragt sie sich.

Immerhin muss sich Christiane Kellner keine Gedanken über die Nutzung von "St. Margarethe" machen. "Die Kirchengemeinde ist in Lunstädt sehr lebendig", weiß sie. "Es gibt den sehr aktiven Verein Interessengemeinschaft zur Nutzung und sakralen Erhaltung des Gotteshauses, kurz Insel, dessen Mitglieder regelmäßig Veranstaltungen organisieren. Neben Gottesdiensten ist es heutzutage immens wichtig, die Kirchen für alle Menschen zu öffnen." Nach dem Vorbild von Franklebens Ortsteil Reipisch, wo sich der Heimatverein um die Erhaltung und Nutzung der Kirche kümmert, könnte mit dem Lunstädter Verein ein ebensolcher Vertrag abgeschlossen werden, blickt sie in die Zukunft.

"Wir werden die gute Nachricht im Weihnachtsgottesdienst verkünden", erklärt Thomas Thürer vom Insel-Verein. Die Kirche werde weiter Dorfmittelpunkt sein, versprach er. Für 2013 plane man bereits wieder ein Frühlingsfest zur Saisoneröffnung, eine Ausstellung und ein Konzert.

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