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Saalekreis: Kostüm direkt aus Ägypten

Uhr | Aktualisiert 21.12.2012 21:54 Uhr
Bei der Probe gibt es von Dorothea Rüb (links) noch viele Hinweise für die Schauspieler. (FOTO: MARCO JUNGHANS) 
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Seit 38 Jahren wird in Gröst das Krippenspiel aufgeführt. Manche kleine Schauspieler sind schon zum wiederholten Mal dabei.
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Gröst/MZ. 

Das Krippenspiel kennen die meisten. Die Geburt Jesu wird in der Geschichte behandelt. Maria und Josef kommen darin vor und auch die Heiligen drei Könige spielen eine wichtige Rolle.

In die Rollen der Könige und auch in alle weiteren schlüpfen zur Weihnachtszeit Gröster Kinder - und das schon seit Jahren. Um genau zu sein, sind es bereits 38 Jahre, in denen das Krippenspiel aufgeführt wird. Langeweile könne aber im Laufe der Zeit keinesfalls aufkommen, "weil wir die Geschichte alle paar Jahre immer wieder ein wenig anders interpretieren, um sie für das Publikum aufzufrischen", sagt Dorothea Rüb, die sich von jeher um die jungen Schauspieler in Gröst kümmert.

Dieser Tage hat sie dabei Unterstützung durch die Vorsitzende des Kirchspiels Braunsbedra, Silvia Böhland. Beide blicken auf das, was sich gerade abspielt. Das Stück wird von mehr als einem Dutzend Kindern zum dritten Mal geprobt. "Da sollte der Text schon sitzen", erwähnt Silvia Böhland in Anbetracht der wenigen Tage bis zur Aufführung an Heiligabend.

Und noch etwas muss bei der dritten Probe sitzen: Die Kostüme. In denen sehen sich die auf der Bühne aktiven Mädchen und Jungen an diesem Abend zum ersten Mal. Neuland ist das Ganze aber für die wenigsten. Viele waren bereits in den Vorjahren mit von der Partie Das trifft auch auf den zwölfjährigen Anton zu, der trotz der vermeintlichen Routine etwas aufgeregt wirkt.

"Ich war schon öfter Hirte, aber den Josef habe ich noch nie gespielt", erzählt Anton kurz vor der Probe im Kostüm eines Zimmermanns. Fast in jeder Szene komme seine Figur vor. Gleich zwei Kostüme darf die kleine Antonia tragen. Die Achtjährige gibt offen zu, dass sie schon mächtig aufgeregt ist und sich schon riesig freut. "Die Kleineren spielen bei uns die Marktfrauen und auch die Engel", sagt Dorothea Rüb.

Die Kostüme seien zum Teil ausrangierte Kleidungsstücke, die zurechtgeschneidert wurden. Das vom neunjährigen Leon, der einen Hirten spielt, war aber extra bei einem Ägyptenaufenthalt gekauft worden. Knapp eine Stunde werden die insgesamt 17 mehr oder weniger jungen Schauspieler ihr Können und ihre Kostüme präsentieren. "Nicht alle unsere Schauspieler sind Kinder", erwähnt Dorothea Rüb. Für die Rolle eines hohen Beamten wurde beispielsweise ein Erwachsener gewählt, weil das besser wirke. Die etwas abgewandelte Fassung des Krippenspiels stamme aus der Feder von Uwe Hahn. "Darin wird auf aktuelle Probleme Bezug genommen", so Silvia Böhland. Fremdenfeindlichkeit wird beispielsweise in einer Szene thematisiert. Außerdem versucht ein findiger Geschäftsmann einen Stall als hochwertige Immobilie zu verkaufen.

Bei der Probe scheint alles zu funktionieren, die Kinder sind weitestgehend textsicher. Nur an der Ausstrahlung müsse noch etwas gearbeitet werden, damit der Auftritt an Heiligabend erfolgreich über die Bühne gehen kann. Das Krippenspiel wird dann durchsetzt sein von Auftritten eines Kinderchors.

Nach der Generalprobe am Samstag wollen die Kinder noch gemeinsam den Christbaum in der Kirche schmücken und schon vor Heilig Abend weihnachtliche Atmosphäre aufkommen lassen.

Das Krippenspiel in Gröst wird im Rahmen der Christvesper zu sehen sein. Die findet am 24. Dezember um 16. 30 Uhr in der beheizten Gröster St. Kilian-Kirche statt. Die Kirche wird wie in den meisten Orten traditionell für die Aufführung des Krippenspiels genutzt. Vor drei Jahren war das aber nicht möglich, weil das Gebäude umfangreich saniert worden war und Arbeiten den Auftritt im Wege standen. Das Krippenspiel konnte aber dennoch stattfinden.

Ein ortsansässiger Landwirt hatte seine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Seit Abschluss der Sanierungsarbeiten sind in der St. Kilian-Kirche wieder beide Emporen zugänglich.

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