Merseburg/Querfurt
Nachrichten, Bilder, Videos, Services, Wetter aus Merseburg und dem Saalekreis mit Querfurt, Braunsbedra, Bad Dürrenberg, Schkopau, Mücheln und der ganzen Region.

Vorlesen

Saalekreis: Grockstädter Kirche hat jetzt Licht

Uhr | Aktualisiert 23.12.2012 19:20 Uhr
Wieder ist man ein Stück weiter: Vereinschef Jürgen Thieme legt den Schalter um, und es wird Licht. (FOTO: PETER WÖLK) 
Von
Genau am Montag vor 100 Jahren bekam das Dorf Grockstädt elektrisches Licht - nur an der Kirche ging die Stromleitung vorbei - bis heute.
Drucken per Mail
Grockstädt/MZ. 

Die Zeit der Kerzen ist vorbei. Niemals wieder wird es Wachsflecken auf Kleidung oder gar einen gerade noch so verhinderten Kopfhaarbrand geben - denn die Grockstädter Kirche hat nun offiziell elektrisches Licht.

Genau 100 Jahre nachdem das Dorf zum ersten Mal Strom hatte, am 24. Dezember 1912 nämlich, ist nun auch das kleine Gotteshaus St. Michaelis in der Neuzeit angekommen. "Vor 100 Jahren hat man einfach die Stromleitung an der Kirche vorbei gelegt", erzählt Jürgen Thieme, der Vorsitzende des 2002 gegründeten Fördervereins Kirche St. Michaelis Grockstädt. Der Strom für das Dorf mit heute gerade mal noch 58 Einwohnern, kam 1912 vom damals noch neuen Umspannwerk in Reinsdorf bei Nebra. Das alte Gebäude stehe heute noch an der Buschmühle, neben der Eisenbahnstrecke vom Bahnhof Vitzenburg nach Querfurt, weiß Thieme zu berichten.

Der Förderverein hat seit seiner Gründung eine ganze Menge geschafft, hat das kleine Gotteshaus, dessen älteste Teile über 800 Jahre alt sind (romanisches Mauerwerk), von außen hergerichtet. Die Dächer sind dicht, die Fassade verfugt. "Während der Bauarbeiten aber auch während der Veranstaltungen und Gottesdienste versorgten wir uns mit einem Notstromaggregat, bekamen Strom von der freiwilligen Feuerwehr oder holten ihn per Kabeltrommel von der Nachbarschaft", so Jürgen Thieme. Zusätzlich habe man sich immer mit Wachskerzen und Teelichtern geholfen.

Doch nun ist auch dieses Problem gelöst. Der Verein hat mit Hilfe des einheimischen Elektrofachbetriebes von Rolf Illgen Stück für Stück den Hausanschluss realisiert. Zur heutigen Christvesper um 14 Uhr kann sich das Dorf davon überzeugen. Der Weg unters Dach zur Glockenstube, wo auch der Sicherungskasten untergebracht werden musste, ist nun ebenso beleuchtet wie der Eingang. Im Kirchenschiff selbst sind genügend Steckdosen verlegt, so dass entsprechende Leuchtkörper angeschlossen werden können. "Wir mussten eine Menge Vorschriften des Denkmalschutzes beachten", erklärt Jürgen Thieme. Die Leitungen durften nicht einfach so mal verlegt werden. Sie dürfen nämlich nicht sichtbar sein. "Ich denke jetzt schon an den Kronleuchter, der hier mal hängen wird", schmunzelt der Vereinschef. Dazu muss der Innenausbau in Angriff genommen werden, denn der steht als nächstes an. Auch Dank einer Zuwendung von der Stiftung "Zukunft Spergau" kann der Verein mit diesen Arbeiten 2013 beginnen. "Ich sehe schon über dem Altar die hellblaue Tonnendecke in neuem Glanz erstrahlen", freut sich Jürgen Thieme, der sich für 2013 zusätzlich noch ein neues Bleiglasfenster mit dem heiligen Michael und ein elektrisches Uhrwerk für die Kirchturmuhr wünschen würde. "Na ja, ganz zum Schluss werden wir dann die Orgel in Angriff nehmen. Aber das ist wirklich noch richtiggehende Zukunftsmusik. Allerdings gibt es für die Orgelsanierung schon ein Extra-Konto."

Auch interessant
Bildergalerien Merseburg
Babybilder
Kontakt zur Lokalredaktion Merseburg Bahnhofstraße 17a
06217 Merseburg
Tel.: (0 34 61) 25 91 80
Fax: (0 34 61) 25 91 829
E-Mail: redaktion.merseburg@mz-web.de
MZ Merseburg bei Twitter
zum Kontaktformular

Lokalsport Merseburg/Querfurt
E-Paper
Mitteldeutsche Zeitung Titelblatt

Lesen Sie Ihre Mitteldeutsche Zeitung online und auf dem iPad/iPhone. So sind Sie jederzeit aktuell informiert.