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Offener Kanal: Lego-Ritter mimen jetzt die Knutonen

Uhr | Aktualisiert 26.11.2012 12:26 Uhr
Mit Feuereifer für den Trickfilm dabei: die Schüler Clemens, Oliver, Arne, Peter und Felix (v. l.) (FOTO: PETER WÖLK) 
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Heftiges Gewusel gepaart mit viel Konzentration war in dieser Woche in der Grundschule in Tollwitz angesagt. Die Mädchen und Jungen hatten nämlich Besuch: Der Offene Kanal Merseburg-Querfurt hatte sich angesagt, um gemeinsam mit den Kindern der dritten Klasse einen echten Trickfilm zu drehen.
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TOLLWITZ/MZ. 

"Wir hatten die Anregung auf dem 6. Kindermedienfest im Herbst vorigen Jahres erhalten", sagt Schul- und Klassenleiterin Jana Schedler. "Da haben wir gedacht, das wäre doch auch etwas für unseren Projekttag. Der Offene Kanal zeigte sich sehr aufgeschlossen. Die Möglichkeiten, die er bietet, hatten den Kindern beim Medienfest sehr gefallen."

Obendrein lud man sich Frank Paetzold vom heimischen Historien-Verein "Oberhau" ein. Der Mittelalterfan, der im vergangenen Jahr auch das Tollwitzer Parkfest organisiert und ausgestaltet hatte, ließ sich nicht lange bitten. Er kreuzte kurzerhand in seiner Ritterrüstung als Frankowig von Teuditz auf und imponierte den Kindern damit natürlich mächtig. Er erzählte die Sage über die beiden hiesigen Ritterbrüder der Knutonen, die von der Unstrut her wohl in die Region eingewandert waren und eine Burg bauten.

An alten Handelsstraßen lauerten sie im 13. Jahrhundert im Hinterhalt den Reisenden auf, und erleichterten sie um Waren und Geld. Unter anderem sollen sie auch den Merseburger Bischof Heinrich von Warin um die damals unvorstellbare Summe von 600 Silbermark ärmer gemacht haben. Erfürchtig staunend verfolgten die Knirpse die Einzelheiten über die beiden Wegelagerer und erfuhren praktisch wie nebenbei zugleich viel Wissenswertes über den Alltag der Zeit des frühen Mittelalters. So musste etwa ein damals überlebenswichtiges Kettenhemd ewig lange gefertigt werden, war deshalb auch entsprechend teuer und würde heute umgerechnet sogar rund 12 000 Euro kosten, bestätigte Paetzold.

So entstand schließlich in der Klasse die Idee, die örtliche Knutonen-Legende über die rauflustigen und räuberischen Brüder als Trickfilm zu verewigen. Aber wie sollte das geschehen? Mit Lego-Figuren, so der rettende Einfall, wegen deren besonderer Beweglichkeit. "Die sind sehr Trickfilm tauglich", wusste Marco Gessner, Mitarbeiter vom Offenen Kanal Merseburg, aus

Erfahrung.

Gemeinsam mit seinem Partner Oliver Stanislowski betreute er die Kinder, die sofort mit Feuereifer zur Sache gingen. Ein Drehbuch in sechs Bildern wurde entworfen. Parallel wurden in zwei Gruppen an den einzelnen Aufnahmen gewerkelt. Für eine Sekunde Film sind rund fünf verschiedene Aufnahmen nötig, um ein Bewegtbild zu erzielen. Insgesamt soll das legendäre Trickfilmwerk dann drei Minuten lang werden.

"Die Kinder haben auch die Szenenbilder aus Legosteinen gefertigt mit Bäumen und allem Drum und Dran. Nur für das Wasser musste ein blauer Plastiksack herhalten", unterstrich Frau Schedler. Dann wurde mit der Kamera gefilmt und am Computer die Einstellungen geprüft und zusammen gestellt. "Allein am ersten Tag wurden so rund 200 verschiedene Einstellungen aufgenommen. Zum Abschluss wurde dann die Vertonung des Klassiksagen-Werkes "über die Bühne" gebracht. Nun wird es noch geschnitten.

Im Oktober feiert die Tollwitzer Grundschule ihr 70-jähriges Bestehen. Dann sollen die Lego-Knutonen vor größerem Publikum zum Leben erweckt werden und zur filmischen Aufführung gelangen. Sicher ist, dass sie dann aufmerksame Beobachter finden werden.

Als nächste können sich aber schon die Mädchen und Jungen er Siedlungs-Grundschule in Bad Dürrenberg auf die Hilfe des Offenen Kanals Merseburg freuen. Er wird im April bei ihnen auftauchen und mit der ersten Klasse gemeinsam eine Art filmischen Steckbrief entwickeln. Zugleich wollen die Kinder ihre eigene Schulzeit dann über die Monate hinweg in regelmäßigen Abständen dokumentieren.

Wer mehr über die Arbeit des Offenen Kanals Merseburg und seine Ferienaktionen erfahren möchte, kann dies im Internet unter: www.okmq.de

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