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Merseburg: Leipziger Künstlerin gibt Porzellan neue Bedeutung

Uhr | Aktualisiert 25.11.2012 19:08 Uhr
Claudia Biehne aus Leipzig zeigt bei der Ausstellung „Kunsthandwerk aus Mitteldeutschland“, was man alles aus Porzellan machen kann. (FOTO: PETER WÖLK) 
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Die Ausstellung "Kunsthandwerk aus Mitteldeutschland" ist bis Februar im Merseburger Schloss zu sehen. Dort präsentiert die Leipzigerin Claudia Biehnes ungewöhnliche Stücke aus Porzellan.
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Wenn man Claudia Biehnes Stücke der Reihe "Zwischen den Gezeiten" erblickt, kann man fast sehen, wie sie in ihrem Atelier sitzt, und immer wieder kleine, selbst gefertigte Porzellanröllchen aneinander setzt. Nach und nach ergeben sich Formen, aus den Röllchen werden sichtbare Strukturen, die an die Unterwasserwelt, an jahrelang gewachsene, filigrane Korallen erinnern. Die Resultate dieser Sisyphosarbeit sind seit Samstag im Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg zu sehen.

"Als wäre es tausendfach gerolltes Papier." Mit diesen Worten beschreibt Kurator Joachim Riebel bei seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung "Kunsthandwerk aus Mitteldeutschland" Claudia Biehnes "Gezeiten"-Werke. Andere Stücke enthüllen erst bei Gegenlicht ihre besondere Struktur. Verschiedene Materialien, wie etwa Blätter oder Spitze, hat die Künstlerin in die Form eingebrannt und auf diese Weise deren einzigartige Konturen im Porzellan verewigt.

Und das soll tatsächlich Porzellan sein? Diese Frage dürfte sich noch so mancher Besucher stellen, der die Arbeiten der Leipzigerin erblickt. Mit dem klassischen Verständnis von Porzellan haben ihre Kunstwerke bisweilen nicht mehr viel gemein. "Ich möchte einfach nicht so sehr materialgebunden sein, sondern diese traditionelle Materialität aufbrechen", erklärt Claudia Biehne. Die 38-Jährige ist seit 2004 als freischaffende Kunsthandwerkerin in Leipzig tätig. Unterstützt wird sie dabei von Stefan Passig. "Wir sind nicht nur im Privatleben Partner, sondern auch bei der Arbeit", verrät der Leipziger, Claudia Biehnes Ehemann. "Ich bin für den organisatorischen Teil zuständig, arrangiere die Ausstellungen, kümmere mich um den Verkauf der Stücke, damit sich meine Frau voll und ganz auf die Kunst konzentrieren kann und den Kopf frei hat", so der 41-Jährige. Claudia Biehne hat schon international ihre Werke präsentiert, unter anderem bei Ausstellungen in Südkorea, den USA oder in Spanien. Die Kunst ist ihr Leben. Claudia Biehne: "Vor einem halben Jahr habe ich mir ein Klavier gekauft. Seitdem habe ich ein Hobby."

Neben Claudia Biehne präsentieren noch fünf weitere Künstler ihre Werke in der Ausstellung. Susanne und Ulrich Precht aus Lauscha sind mit ihren Glasarbeiten, Nora Grawitter aus Gera und Cordula Hartung aus Meiningen mit ihren Textilarbeiten vertreten. Die Hallenserin Ute Brade zeigt außerdem ihre Keramiken. Kunstwerke mit so klangvollen Titeln wie "Zwischenwelt", "Engel für Gera" oder "Bio-Rhythmus" laden zum Betrachten und Interpretieren ein. Alle Stücke sind verkäuflich. Interessierte haben noch bis zum 10. Februar 2013 die Möglichkeit, die Ausstellung in der Hofstube des Merseburger Schlosses zu besuchen.

Am 8. und 9. Dezember wird darüber hinaus zwischen 11 und 18 Uhr beziehungsweise zwischen 11 und 17 Uhr ein Kunsthandwerkermarkt vor Ort sein.

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