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Merseburg: Im Himmel ist Liebe

Uhr | Aktualisiert 19.02.2012 18:55 Uhr
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Von dem Sternbild des Herkules lassen sich viele Geschichten erzählen. Warum er über Kopf am Himmel steht, ist jedoch nicht bekannt. (FOTO: PETER WÖLK)

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"Der himmlische Olymp ist das Spiegelbild der Geschehnisse der Erde", sagt Mechthild Meinike, Referentin des Planetariums Merseburg, zu Beginn der Abendveranstaltung, die unter dem Motto "Die Liebe im Himmel" steht.
MERSEBURG/MZ. 

Es sind Geschichten, wie sie das Leben schreibt: von sinnlicher Liebe, rasender Eifersucht, Intrigen, Vergebung und Verzeihen. "Der himmlische Olymp ist das Spiegelbild der Geschehnisse der Erde", sagt Mechthild Meinike, Referentin des Planetariums Merseburg, zu Beginn der Abendveranstaltung, die unter dem Motto "Die Liebe im Himmel" steht.

Die Reise über den Sternenhimmel beschäftigt sich mit Jungfrauen und Königinnen. Der Zutritt ist dieses Mal erst ab 18 Jahre gestattet und das nicht ohne Grund. "Es sind Geschichten, die es in sich haben und nicht ganz jugendfrei sind", so Meinike.

Im Mittelpunkt stehen die weiblichen Sternbilder und ihre Lebens- und Liebesgeschichten. So wie die der Thisbe, welche mit dem Sternbild Löwe zusammenhängt und an Romeo und Julia erinnert. So war Thisbe mit Pyramus verbandelt - eine Beziehung, die aufgrund der Feindschaft der Eltern nicht sein sollte. Am heimlichen Treffpunkt der beiden wird Thisbe von einer Löwin überrascht - sie flüchtet. Doch dabei verliert sie ihren Schleier, der von der Löwin mit Blut beschmiert wird. Als Pyramus erscheint, findet er den blutgetränkten Schleier, nimmt an, dass Thisbe von der Löwin getötet worden sei und stürzt sich daher in sein Schwert. Als Thisbe zurückkehrt, findet sie ihren sterbenden Geliebten und stürzt sich ebenfalls in dessen Schwert.

"Das sind keine Geschichten, die man in der Familienvorstellung erzählt", sagt Meinike, die erstmals eine Abendveranstaltung speziell für Erwachsene organisiert hat. Vor einem Jahr hatte sie dasselbe Programm am Frauentag vorgeführt. Sie ist überrascht, dass sich trotz des Karnevals so viele Interessierte eingefunden haben. Darunter sind auch Sindy Dömland und Enrico Müller aus Leuna. "Wir wollten gar nicht in das Planetarium. Wir waren nebenan essen", erzählt Sindy Dömland. Das Schild an der Tür habe sie auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht. "Es klang spannend und wir wollten das schon immer mal machen", so Dömland. Es sei das erste Mal, dass die beiden ein Planetarium besuchen, sagt Müller, und er sei positiv überrascht. Das Thema habe ihm gefallen, ebenso habe ihn die Technik begeistert, die im Übrigen bereits 43 Jahre alt ist.

Fünf Tage und fünf Nächte erleben die Zuschauer innerhalb der knapp anderthalbstündigen Reise über den nördlichen Sternenhimmel. Dabei wird eines deutlich: Göttervater Zeus war kein unbeschriebenes Blatt und hatte überall seine Finger im Spiel. So auch bei der Entstehung der Milchstraße. Laut einer griechischen Sage hatte Zeus seinen mit einer Sterblichen gezeugten Sohn Herakles an der Brust seiner göttlichen Frau Hera trinken lassen, als diese schlief. Herakles sollte auf diese Weise göttliche Kräfte erhalten, aber er saugte so ungestüm, dass Hera erwachte und den fremden Sohn wegstieß; dabei wurde ein Strahl ihrer Milch über den ganzen Himmel verspritzt. Aber dies ist nur eine der Geschichten, denn "zu jedem Sternbild gibt es mindestens drei", so Meinike. Geschichten, die nicht nur der Himmel schreibt.

Und wer weiß, vielleicht geben sich bald die ersten unter dem künstlichen Sternenzelt das Ja-Wort; dies ist nämlich seit kurzem möglich.

Die nächste Veranstaltung findet am Sonntag, 4. März, um 16 Uhr statt. Das Thema lautet "Sternenzauber".

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