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Lebenshilfe Bad Dürrenberg: Großes Herz für Behinderte

Uhr | Aktualisiert 16.01.2013 20:59 Uhr
Inge Deckner vor ihren Basteleien, die sehr gefragt sind. (FOTO: PETER WÖLK) 
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Inge Deckner aus Bad Dürrenberg leitete viele Jahre die Ortsgruppe der Lebenshilfe Bad Dürrenberg. Jetzt engagiert sie sich als Stellvertreterin.
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Bad DürrENBERG/MZ. 

Wer gebrauchte Sektkorken zu verschenken hat, der findet in Inge Deckner immer eine gute Abnehmerin. Die 72-jährige Bad Dürrenbergerin fertigt mit Wolle, Häkelnadel, Dekorationsmaterial und viel Geschick kleine bunte Blumenkörbchen daraus. An die 500 Stück müssen es wohl in den vergangenen Jahren gewesen sein. Sie fanden wie auch die gestrickten Weihnachts- und Schneemänner sowie Osterhasen sehr guten Absatz auf den Märkten und Volksfesten, die die Stadt Bad Dürrenberg jedes Jahr veranstaltet. Der Verkaufserlös kommt bis auf den letzten Cent der Ortsgruppe der Lebenshilfe Bad Dürrenberg zu Gute, die derzeit 45 Mitglieder - vorwiegend geistig Behinderte und psychisch Kranke - hat. Mit dem Geld werden dann Feste, die monatliche Geburtstagsrunde, Wanderungen, sportliche Veranstaltungen und die alljährliche Sechs-Tage-Reise finanziert. Inge Deckner gehört neben Anita Heinecke und Christina Sadetzky zu den Gründungsmitgliedern der Ortsgruppe. "Wir haben den Verein initiiert, um etwas zu tun, damit nach der Wende geistig Behinderte nicht auf der Strecke bleiben." Inge Deckner wusste nur zu gut aus eigener Erfahrung, wie schwer es für Familien mit behinderten Kindern ist. Zum einen arbeitete sie als Sonderschullehrerin, zum anderen ist ihr Sohn, der Älteste von insgesamt vier Kindern, körperlich behindert. Zu DDR-Zeiten konnte er keine Kinderkrippe oder Kindergarten besuchen, weil die Einrichtungen es ablehnten, den Jungen, der schlecht laufen kann, aufzunehmen. Wie die Familie dennoch ihr Leben erfolgreich meisterte, verlangt Hochachtung.

"Ich habe ein großes Herz für Behinderte" , sagt Inge Deckner. Von der Gründung an bis zum März 2010 war sie Vorsitzende des Lebenshilfe-Vereins. Jetzt ist sie Stellvertreterin, engagiert sich aber nicht minder für den Verein, indem sie unaufhörlich bastelt, so dass sie für ihr eigentliches Hobby - das Malen - gar keine Zeit hat. "Aquarell-, Acryl- und Ölfarben und eine Staffelei stehen auf dem Boden, doch ich komme einfach nicht dazu." Denn: "Wenn ich etwas mache, stehe ich voll und ganz dahinter. Ich liebe keine halben Sachen."

Für ihr Engagement für behinderte Menschen schlägt die Ortsgruppe Inge Deckner erneut für die Ehrung mit dem Bürgerpreis "Der Esel, der auf Rosen geht" vor. Die Bad Dürrenbergerin, die auch für die Partei "Die Linke" im Stadtrat sitzt, war völlig überrascht von dem Vorschlag. "Es gibt doch noch andere, die auch etwas oder sogar mehr als ich leisten", sagte sie.

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