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Landwirtschaft: Steigende Bodenpreise sind Thema beim Kreisbauerntag

Uhr | Aktualisiert 30.01.2013 19:53 Uhr
Der Strukturwandel der Landwirtschaft in Deutschland geht ungebremst weiter. (FOTO: DPA/ARCHIV) 
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Die Preissteigerungen machen den Bauern im Saalekreis zu schaffen. Gerade beim Zukauf neuer Ackerflächen ist die Entwicklung besonders schwierig. Diese Frage wird auch eine der wichtigsten auf dem Kreisbauerntag in Schafstädt.
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Schafstädt/MZ. 

Die Preissteigerungen machen den Bauern im Saalekreis zu schaffen. Gerade beim Zukauf neuer Ackerflächen ist die Entwicklung besonders schwierig. "Die steigenden Bodenpreise sind ein riesiges Problem", sagt Uwe Fischer, Geschäftsführer des Bauernverbandes Saaletal. Diese Frage wird auch eine der wichtigsten auf dem Kreisbauerntag in Schafstädt.

Zwischen 2008 und 2011 hat sich der Kaufpreis pro Hektar Ackerland im Saalekreis von knapp 7 000 Euro um zwei Drittel auf rund 11 500 Euro erhöht. Von allen Landkreisen in Sachsen-Anhalt belegt der Landkreis damit den dritten Platz. "Die Bodenpreise ziehen weiter ungebremst an", sagt Fischer.

Hauptgrund für die Explosion der Preise sei das extrem niedrige Zinsniveau, das eine normale Geldanlage unattraktiv mache. "Es kommt immer mehr Geld auf den Markt, das in Ackerfläche investiert wird", meint der Geschäftsführer. Die Flächen würden gekauft, um dann über die Verpachtung Rendite zu erzielen. Zudem sei Boden eben endlich und werde durch Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen, Schienen oder Gewerbegebiete weiter verknappt.

Die für den Verkauf von ehemals volkseigenen land- und forstwirtschaftlichen Flächen zuständige bundeseigene Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) macht Fischer für die Verteuerung mitverantwortlich. "Die veräußert das Land per Ausschreibung an den Meistbietenden."

Die BVVG wehrt sich gegen die Vorwürfe. "Wir haben Privatisierungsgrundsätze, und dazu gehört der Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen zum Verkehrswert", sagt Sprecherin Constanze Fiedler. Ihre Gesellschaft achte darauf, dass bei Ausschreibungen die Gebote geheim abgegeben werden. Auch verzichte die BVVG darauf, einen Mindestpreis festzulegen. Dennoch gibt sie zu: "Die Nachfrage nach Flächen und damit die Gebote steigen."

Der Kreisbauernverband fordert deswegen, dass die BVVG die öffentlichen Ausschreibungen von Flächen auf die Region beschränkt. Zudem wäre es aus Sicht von Fischer besser, wenn künftig kleinere Flächen ausgeschrieben werden. "Das verringert den Anreiz für reine Kapitalanleger." Denkbar wäre auch eine Ausweitung der Pachtverträge über längere Zeiträume.

Doch aus Brüssel drohen schon weitere Probleme bei den Ackerflächen. Die EU-Kommission will in der künftigen Agrarpolitik das so genannte "Greening" festschreiben. Danach müssten Landwirte künftig sieben Prozent ihrer Fläche als ökologische Vorrangfläche zur Verfügung stellen. Laut EU müssten dafür aber keine zusätzlichen Flächen stillgelegt werden. Stattdessen werde künftig auch Geld für bestehende Grünflächen wie beispielsweise Hecken gezahlt.

Fischer sieht das allerdings anders. "Sieben Prozent sind einfach zu viel." In Gegenden mit wenig normaler Grünfläche sei diese Forderung sehr problematisch. Dies sei beispielsweise auf der Querfurter Platte der Fall. "Da kommen wir dann zu Zwangsstilllegungen von Äckern, wenn das umgesetzt wird", prophezeit Fischer.

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