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Innovation: Hochschulprofessor entwickelt Sicherung für Solaranlagen

Uhr | Aktualisiert 04.12.2012 08:50 Uhr
Bernhard Bundschuh hat die Diebstahlsicherung entwickelt. (FOTO: PETER WÖLK) 
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Schlechte Nachrichten für Diebe - zumindest für die, die sich an Solaranlagen zu schaffen machen. Denn dort könnte ihr Tun bald binnen Sekunden auffliegen. Denn Bernhard Bundschuh, Professor für Systemtheorie an der Hochschule Merseburg, hat eine Diebstahlsicherung für Solaranlagen entwickelt.
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MERSEBURG/MZ. 

Das Prinzip: Die Solaranlage wird mit einem kleinen Gerät versehen, das ein Testsignal einspeist. Bleibt das Signal unverändert, ist alles in Ordnung. Verändert sich das Signal sehr stark, heißt das: Auf dem Solarfeld ist entweder eine Kabelverbindung unterbrochen worden, weil Diebe das Buntmetall mitnehmen wollen, oder ganze Solarmodule sind ausgebaut worden.

"Ändert sich der Zustand der Anlage, sehen wir das sofort", beschreibt Bundschuh die Funktionsweise. Das System könnte von einem Laptop aus überwacht werden. Und im Ernstfall könnte dann eine Sicherheitsfirma automatisch alarmiert werden - etwa über eine Mobilfunkverbindung.

Bundschuh ist für seine Entwicklung gerade mit dem Forschungs- und Innovationspreis der Hochschule ausgezeichnet worden. Ein System, das mit einem Testsignal Anlagen überprüft, hatte der Wissenschaftler schon vor Jahren entwickelt. Auf die Idee, dieses Grundmodell bei Solaranlagen anzuwenden, hatte ihn ein ehemaliger Mitarbeiter der Querfurter Firma Videotronik gebracht. Diese Anlagen sind schließlich gerade in jüngster Zeit zunehmend zum Ziel von Dieben geworden.

Mit Hilfe einer Solarfirma wurde an der Hochschule eine Minisolaranlage im Labor errichtet. Dort fanden seit 2010 die ersten Versuche statt. An einer Außenanlage wurde dann getestet, welche Auswirkungen die Dämmerung oder die abrupte Änderung von Lichtverhältnissen, Wärme und Wind auf die Anlage haben. "Die Tests sind sehr gut verlaufen", sagt Bundschuh. Bei seiner Arbeit ist er von Studenten unterstützt worden.

Jetzt ist die Querfurter Firma VTQ am Zug. "Wir haben eine Versuchsanlage aufgebaut, um letzte Tests zu machen und Fehlalarmierungen auszuschließen", sagte Geschäftsführer Steffen Enke. Dabei gehe es unter anderem um elektromagnetische Probleme. "Denn die Anlage darf nicht stören und nicht gestört werden. Aber das sieht bisher alles sehr gut aus."

Das Gerät, das von VTQ gebaut werden soll und voraussichtlich im Sommer 2013 auf den Markt kommt, ist bereits beim Patentamt angemeldet. Zum Zuge kommen soll es nicht nur bei neuen Anlagen: Der kleine Kasten, der nicht größer als ein halbes Blatt Papier sein wird, soll auch bei bereits bestehenden Solaranlagen eingebaut werden können.

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