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Feuerwehr Roßbach: Ex-Jugendwart weist Vorwürfe zurück

Uhr | Aktualisiert 21.12.2012 11:25 Uhr
Der Notruf 112 steht auf einem Fahrzeug der Feuerwehr. (SYMBOLFOTO: DPA) 
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Die Anschuldigungen sind unglaublich. "Mir wurde vorgeworfen, ich hätte Kinder aus unserer Jugendfeuerwehr angeschrien und sogar geschlagen", erzählt Rüdiger Hering der MZ. Doch der 37-jährige ehemalige Jugendwart der Ortsfeuerwehr Roßbach weist diese Vorwürfe weit von sich.
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ROSSBACH/MZ. 

Er habe mehrere Jahre bei der Bundeswehr gearbeitet, deshalb sei sein Ton vielleicht etwas rauer. Aber er habe nie Hand angelegt. "Und ich habe mich immer vor die Kinder gestellt, und das wissen die auch." Wie Eltern und Betreuer gegenüber der MZ versicherten, seien einige Kinder sogar weinend zu Rüdiger Hering gekommen, um sich für die Anschuldigungen, die sie selbst gemacht hatten, zu entschuldigen. Nach MZ-Informationen, sollen sie von einer Jugendlichen aufgehetzt worden sein, unwahre Dinge zu behaupten.

In einer Versammlung der Mitglieder der aktiven Wehr haben die Roßbacher Feuerwehrleute vor einigen Wochen Rüdiger Hering dennoch aller seiner Ämter enthoben. Auch die Leitung der Jugendfeuerwehr wurde ihm entzogen. Die Folge: Mehr als zehn Kinder haben kurz danach die Wehr verlassen.

"Danach stand bei uns der Ortswehrleiter vor der Tür und fragte, warum unsere Tochter nicht mehr zur Jugendfeuerwehr kommt", erzählen Michaela und Ronny Neugebauer aus Roßbach. Sven Schönau bekam einen Brief, in dem gefragt wurde, warum sein Sohn nicht mehr mitmachen wolle. Die Antwort beider Familien ist dieselbe: Weil der bisherige Jugendwart seines Amtes enthoben worden war.

Die Eltern bedauern, dass ihre Kinder jetzt kein Interesse mehr an der Feuerwehr haben, weil es eine sehr sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist. Außerdem sei es negativ für die Wehr, die auf wertvollen Nachwuchs verzichten müsse. Auf Anfrage der MZ, warum Rüdiger Hering tatsächlich aller Ämter enthoben worden ist, gab Ortswehrleiter Roland Schmidt folgende Begründung: "Rüdiger Hering hatte der Wehrleitung im vergangenen Jahr vorgeworfen, dass sie nicht mehr in der Lage sei, die Wehr zu führen. Auf die Begründung dafür warte ich heute noch."

Hering hatte tatsächlich Kritik an der Wehrleitung geübt, zu der er selbst gehörte. Doch es scheint noch mehr dahinter zu stecken. War es Neid, weil Hering eine erfolgreiche Jugendarbeit machte? Der 37-Jährige hatte 2005 mit fünf Kindern angefangen. Zuletzt hatte die Jugendwehr 22 Mitglieder. Er hatte erfolgreich Sponsorengelder eingeworben und die Kinder schnitten bei Wettbewerben gut ab. "Man hat ihm vorgeworfen, er hätte eine Wehr in der Wehr gegründet und er würde an Rolands Stuhl sägen", sagte Herings Ehefrau Daniela, die zwar nicht Mitglied der Feuerwehr ist, aber immer als Betreuerin dabei war. An den Vorwürfen sei nichts dran gewesen. Man habe sogar noch die Wehr vor Kritik bewahrt.

Rüdiger Hering ist enttäuscht von seinen ehemaligen Kameraden. "Roland Schmidt hat mich immer gefördert. Von ihm habe ich kämpfen gelernt und dass man sich an Gesetze halten muss", erzählt Hering. "Ich bin vor allem enttäuscht, weil mit so einer Aktion das Ehrenamt in den Dreck getreten wird." Hering ist aus der Roßbacher Wehr ausgetreten und ist mittlerweile Mitglied der Feuerwehr Luppenau, die damit nicht nur einen Maschinisten, sondern einen Atemschutzträger mit Gruppen- und Zugführerausbildung bekommen hat.

Die Roßbacher Jugendfeuerwehr gebe es nach wie vor, so Schmidt. Es stimme auch nicht, dass so viele Kinder die Wehr verlassen hätten. Lediglich sieben seien es gewesen. Die Jugendarbeit gehe weiter. Interessierte seien übrigens am 5. Januar zum Treffen eingeladen.

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