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Bad Lauchstädt: Wackelt das Sommertheater?

Uhr | Aktualisiert 01.02.2013 20:10 Uhr
Ein Experte soll die Statik des Goethe-Theaters prüfen. Sollte er kein grünes Licht erteilen, könnte die diesjährige Spielzeit ein abruptes Ende finden. (FOTO: WÖLK) 
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Für Freunde des Sommertheaters in Bad Lauchstädt könnte es in diesem Jahr ganz bitter werden. Grund ist der marode Zustand der vor über 200 Jahren von Johann Wolfgang von Goethe konzipierten Spielstätte, der nun auch noch den Statiker auf den Plan ruft.
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Bad Lauchstädt/MZ. 

Denn wie das zuständige Finanzministerium in Magdeburg auf MZ-Anfrage mitteilte, soll der Experte in den kommenden Wochen die Tragfähigkeit des durch holzzerstörende Pilze, Hausschwamm und Nagekäfer arg in Mitleidenschaft gezogenen Fachwerks einschätzen.

Nun hängt es vom Gutachter ab, ob die Bühne bespielt werden kann. "Falls keine statischen Bedenken zutage treten, ist die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs in 2013 möglich", ließ eine Sprecherin des Ministeriums wissen.

Bis die Entscheidung fällt, könnten noch einige Wochen vergehen. "Um den gesamten Sanierungsbedarf festzustellen, sind weiterführende Untersuchungen notwendig", heißt es in der Antwort des Ministeriums. Dies erfordere den gesamten Putzabschlag an der Fassade. Die Denkmalpflege habe in dieser Woche ihre Zustimmung signalisiert, aber noch nicht abschließend erteilt.

In Magdeburg rechnet man damit, dass die für die umfangreichen Eingriffe notwendige Genehmigung bis Mitte Februar da ist. "Es ist davon auszugehen, dass die Gutachten und das Sanierungskonzept bis Ende des zweiten Quartals vorliegen", sagte die Sprecherin.

Sollte der Gutachter in dem Papier zu dem Schluss kommen, dass das Theater nicht ohne Sicherheitsbedenken bespielt werden kann, würde dies das abrupte Ende der ohnehin erst angelaufenen Theatersaison in der Goethestadt bedeuten. Höhepunkte wie etwa das Rahmenprogramm zu den Händel-Festspielen im Juni oder das berühmte Festspiel der deutschen Sprache im September stehen auf dem Spiel. Der eigentliche Start des Theatersommers soll am 31. März mit einem klassischen Konzert über die Bühne gehen.

"Dass man nicht weiß, wie es weitergeht, macht mich unruhig", sagte am Freitag die Bürgermeisterin der Gemeinde Bad Lauchstädt, Ilse Niewiadoma (FDP), die um den Tourismus in der Goethestadt bangt, sollte nach dem Kursaal - der seit über einem Jahr saniert wird - auch noch das Goethe-Theater geschlossen bleiben.

Offen ist im Fall der Spielstätte auch weiterhin die Höhe der Sanierungskosten. Ein erstes Gutachten noch aus dem vergangenen Jahr war laut Finanzministerium von einer vorläufigen Summe von 600 000 Euro ausgegangen. Die abschließende Summe sollte eigentlich im Januar klar sein. Nun müsste man zunächst die weiteren Gutachten abwarten, bevor man einen Betrag nennen könne, hieß es.

Ruhig bleibt zunächst auch der Landkreis, obwohl auch er seit diesem Jahr von einer vorübergehenden Schließung des Theaters direkt betroffen sein könnte. Denn bereits im vergangenen Jahr hatte der Kreistag beschlossen, den Kulturbetrieb in diesem Jahr zunächst mit 100 000 Euro zu bezuschussen und ab 2014 neben dem Land als gleichberechtigter Gesellschafter einzusteigen.

Ohne Kultur kein Zuschuss? Für den Kreis dürfte sich die Frage vorerst nicht stellen, denn konkrete Verträge sollen laut Sprecherin Kerstin Küpperbusch erst im Februar ausgehandelt werden.

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