Vorlesen

Auszeichnung: Bauer-Preis geht an André Schinkel

15.10.2012 19:37 Uhr | Aktualisiert 15.10.2012 21:21 Uhr
André Schinkel (FOTO: MZ) 
Von Frank Czerwonn
Er ist bekannt für schwermütige, mythologisch schillernde Zeilen, kann aber auch leicht und fröhlich und lustig reimen: André Schinkel. Nun wird er mit dem Walter-Bauer-Preis 2012 ausgezeichnet.
Drucken per Mail
Merseburg/MZ. 

Er ist bekannt für schwermütige, mythologisch schillernde Zeilen, kann aber auch leicht und fröhlich und lustig reimen. Einer der produktivsten Schriftsteller Sachsen-Anhalts ist er zweifellos. Und einer der vielfältigsten inzwischen auch: André Schinkel. Mehrfach schon wurde das Werk des 40-Jährigen ausgezeichnet. Nun erfährt es eine weitere Würdigung. Schinkel erhält den Walter-Bauer-Preis 2012. Das hat die Stadt Leuna am Montagabend bekanntgegeben.

Der seit 1994 aller zwei Jahre von den Städten Leuna und Merseburg vergebene Preis soll an einen Schriftsteller erinnern, der mit seinem literarischen Schaffen, seiner Botschaft der Menschlichkeit und seinem Bekenntnis zum europäischen Geist zu den namhaften deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts zählt. Das passt gut zu dem 1972 in Eilenburg geborenen Schinkel, der in Bad Düben und Holzweißig (bei Bitterfeld) aufwuchs und seit seiner Lehrzeit in Halle lebt. Er hat Germanistik und Archäologie studiert, beschäftigt sich mit der Literatur der Neuzeit ebenso wie mit ganz frühen Kulturen Mitteleuropas. Sein erster Gedichtband "durch ödland nachts" erschien 1994. Ihm folgten 18 weitere Bücher, die vor allem Lyrik, aber auch Erzählungen und Essays vereinen. Nur wenige Schriftsteller hätten so viele und zum Teil bedeutende Beiträge zu Mitteldeutschland, besonders zum Raum um Halle und Merseburg, geleistet wie Schinkel, begründet der Autor Wilhelm Bartsch, ebenfalls Bauer-Preisträger, die Entscheidung der Jury. In Schinkels Büchern sei dieser Raum lebendig geblieben. "Der gelernte Archäologe, der André Schinkel ist, gräbt tief in der Landschaft und in der Seele, und er weiß mit seinen Fundstücken umzugehen", so Bartsch. Der mit 3 500 Euro dotierte Preis wird am 7. November im cCe-Kulturhaus Leuna übergeben.

Das Walter-Bauer-Stipendium in Höhe von 1 500 Euro erhält der gebürtige Merseburger und nunmehr in Halle lebende Schriftsteller Bernhard Spring. Er will damit sein Romanmanuskript "Fidschischwein" voranbringen. Das Stipendium wird in diesem Jahr von der Total-Raffinerie gestiftet.