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Alarm: Mann droht mit Anschlägen auf Riebeckplatz

31.01.2013 22:05 Uhr | Aktualisiert 05.03.2013 17:33 Uhr
Von Jan Möbius und Jan-Ole Prasse
Großalarm in Halle: Ein 36-Jähriger aus dem Saalekreis hatte am Donnerstag telefonisch gegen 0.30 Uhr über den Polizeinotruf damit gedroht, mehrere Sprengsätze am Riebeckplatz zünden zu wollen.
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Halle (Saale)/Delitz am Berge/MZ. 

Die Polizei rückte daraufhin mit nahezu allen verfügbaren Einsatzkräften zu dem Verkehrsknoten aus. Doch die Suche konnte nach kurzer Zeit abgebrochen werden: Fehlalarm - von möglichen Bomben keine Spur.

Ähnlich ist es am Donnerstagmorgen Beamten des Landeskriminalamtes und Polizisten des Saalekreis-Reviers in Delitz am Berge ergangen. Der 36-Jährige hatte in seinem Telefonanruf auch angegeben, nicht nur am Riebeckplatz, sondern auch in einem Mehrfamilienhaus in dem Bad Lauchstädter Ortsteil eine Bombe zünden zu wollen. Noch in der Nacht konnten Beamte den stark alkoholisierten Anrufer in der Nähe seiner Wohnung festnehmen. "Wir haben aber keinen Funkzünder oder Sonstiges bei ihm gefunden", sagte Polizeisprecher Jürgen Müller.

Gegen 9 Uhr waren Sprengstoffexperten mit Spürhunden dann in Delitz am Berge angerückt. "Als wir den Täter hatten, bestand aus unserer Sicht keine akute Gefahr mehr", begründete Müller die auf die Morgenstunden verschobene Aktion. In der Wohnung wurde trotz mehrstündiger Durchsuchung kein Sprengstoff entdeckt. Allerdings stellte die Polizei mehrere Patronen und eine Luftpistole sicher. Während der Suche musste das gesamte Mehrfamilienhaus evakuiert werden. Fünf Mietparteien harrten der Dinge auf der Straße oder bei Nachbarn.

Das Motiv für die Bombendrohung war am Donnerstag noch unklar. Laut Polizei hatte der 36-Jährige am Telefon gesagt, dass er mit seinem Leben nicht mehr klarkomme und abgeschlossen habe. "Er drohte damit, die Bombe zu zünden, wenn sich die Polizei dem Haus nähert", sagte Sprecher Müller.

Der Mann habe früher einen Waffenschein und Schusswaffen besessen. Beides wurde ihm nach MZ-Informationen aber wegen psychischer Probleme vor etwa einem Jahr von der Unteren Waffenbehörde des Saalekreises entzogen. Nachbarn beschrieben den 36-Jährigen als unscheinbar und unauffällig. Ein Eigenbrötler sei er und ein Einzelgänger. Seine Ehe sei vor zwei Jahren gescheitert.

Vor der Bombendrohung sei der Mann mehrere Tage nicht zu Hause gewesen, berichteten Nachbarn. "Wir haben uns Sorgen gemacht, ob etwas passiert ist, denn auch sein Auto stand draußen." Erst am Mittwoch habe man ihn in der Wohnung laut telefonieren hören.

Die Staatsanwaltschaft in Halle ermittelt jetzt unter anderem wegen der Androhung von Straftaten. In die Untersuchungshaft muss der Mann aber nicht. Nach seiner Vernehmung wurde er am Donnerstagnachmittag wieder freigelassen.