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Adventsmarkt: Zauber auf Burg und in Höfen

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 21:14 Uhr
Auf dem Burggelände wurden auch Märchenbilder aufgestellt - wie das Märchen von der Schneekönigin. (FOTO: WÖLK) 
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Ob ein Weihnachtsmarkt im Mittelalter wirklich so aussah? Zumindest ansatzweise konnten sich Besucher des Weihnachtszaubers auf der Querfurter Burg das bestimmt vorstellen. Handwerker, Musiker und Gaukler sorgten vielfach für ein entsprechendes Flair.
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QUERFURT/MZ. 

Ob ein Weihnachtsmarkt im Mittelalter wirklich so aussah? Zumindest ansatzweise konnten sich Besucher des Weihnachtszaubers auf der Querfurter Burg das bestimmt vorstellen. Handwerker, Musiker und Gaukler sorgten vielfach für ein entsprechendes Flair, zahlreiche Stände und Attraktionen boten jede Menge Abwechslung.

Interessant fanden viele Besucher beispielsweise die rund zwei Dutzend Frauen und Männer, die am Wochenende direkt am "Dicken Heinrich" ihr großes Zelt aufgeschlagen hatten. Wie im Mittelalter wurde hier das Mittagsmahl auf einer Feuerstelle erhitzt. "Wir gehören zu Widars Gefolge", sagte Thomas Funke, der als Buliwyf Chef der Sippe ist. Die Geschichte von Knecht Ruprecht wollten Mitglieder der Gruppe beim Weihnachtsmarkt noch vor Augen führen.

"Dabei gibt es aber mehrere Versionen der Geschichte, so dass sich in dem Punkt wohl die Geister scheiden", erwähnte Buliwyf, dessen 13-jähriger Sohn Hannes gerade noch Holz für die Feuerstelle hackte. Einen Blick auf die ungewöhnliche Meute warf auch die kleine Vanessa. Auf Esel Bruno, der von Wolfgang Miessbach vom Bauernmuseum geführt wurde, hatte die Vierjährige gerade eine große Runde über den Weihnachtsmarkt gedreht. Ziel war ein kleines Gehege, in dem zwei Schafe das Interesse von Vanessa und ihren Bekannten weckten.

"Wir sind extra aus Köthen gekommen", war von Vanessas Tante Peggy Leske zu erfahren. "Wir sind auch nicht zum ersten Mal mit der Familie hier, denn der Adventsmarkt auf der Burg ist aufgrund des Ambientes außergewöhnlich", wie die Köthenerin mit zufriedenem Gesicht erzählte.

Ein fragendes Gesicht machte an anderer Stelle ein kleiner Junge der Parvus Cereus aufmerksam beobachtete. Parvus Cereus, der ganz bescheiden nur unter dem Namen bekannt sein möchte, wurde von dem Steppke gefragt, ob er zaubern könne. Zaubern nicht, aber ziehen, musste die Antwort lauten. "Ich ziehe Kerzen", erklärte der Handwerker. Mehrere Dochte tauchte er gleichzeitig in flüssiges Wachs, so dass sechs Kerzen vor den Augen der Besucher entstanden. 50 Tauchgänge würde er für die Fertigstellung wohl brauchen.

"Ich verwende Paraffinwachs. Im Mittelalter gab es aber eher Bienenwachs und der war teuer", so der Handwerker. Kerzen aus echtem Bienenwachs und noch jede Menge mehr gab es bei Imker Bernhard Brix. "15 Honigsorten habe ich dabei", so der Imker, der auch heißen Honigmet anbot.

Wer neben Süßem auch Deftiges wollte, der war bei Raik Zenger genau richtig. Der Bad Dübener zog gerade knusprige Brote aus dem Ofen. Mit Schinken, Tomaten und allerhand Kräutern waren die Brote beispielsweise belegt. Den Verkaufswagen hatten er und Chefin Sandra Spatz sogar mittelalterlich verkleidet.

Gleich vor dem Wagen drehte sich eine riesige Adventspyramide und gleich daneben ein mit Muskelkraft betriebenes Karussell. Außerdem war der Weihnachtsmann anzutreffen und der schien nun wirklich zaubern zu können, denn zeitgleich war er auch in der Innenstadt unterwegs.

Mehrere historische Höfe boten auch hier weihnachtliche Atmosphäre. Wolfgang Ahlemann von den Thaldorfer Pfingstburschen gab auf dem Fuhrmann-Hof den Weihnachtsmann und ließ sich mit vielen Kindern fotografieren. Regina Hermann, deren Familie in Obhausen ein Fotogeschäft hat, verwies auf einen Drucker. "Da können sich die Gäste ihr Foto gleich ausdrucken lassen."

Gleich nebenan im Fuchsschen Hof führten Grundschüler ein Programm vor vielen Zuschauern auf. Auch Beate Pyplo fand hier Gefallen an den Liedern und Gedichten. "Meine Tochter ist aus Merseburg gekommen und da besuchen wir gemeinsam den Markt und die Höfe", erzählte sie. Klein aber fein war das Angebot bei Apotheker Peter Völkel. In seinem Hof drehte eine Modelleisenbahn ihre Runden. Die sei eine Gartenbahn und zähle damit zu den größeren Bahnen.

Rund 15 Meter Schiene hatte Peter Völkel extra verlegt. Viele Besucher zog es auch in den Hof von Rechtsanwältin Christine Peuschel. "Ich koche jedes Jahr Suppe", erklärte sie. Und die schmeckte ihren Gästen augenscheinlich sehr gut. Das eingenommene Geld komme dem für Querfurt zuständigen Tierheim zugute. Im vergangenen Jahr seien dadurch mehr als 300 Euro zusammen gekommen.

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