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Welterbe-Bewerbung der Franckeschen Stiftungen: Gelungen

Uhr | Aktualisiert 24.01.2013 23:58 Uhr

Christian Eger (FOTO: MZ)

Christian Eger meint, dass die Bewerbung der Franckeschen Stiftungen um den Welterbetitel aussichtsreich ist.
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Alles stimmt an dieser Bewerbung: der Gegenstand, das Verfahren, dessen offenkundige Sorgfalt und die keinesfalls hochfliegenden Erwartungen, die an das Erlangen des Welterbetitels geknüpft sind.

Denn, von wo aus man es auch betrachtet: Die Franckeschen Stiftungen haben ein großes, nicht nur historisches Potenzial. Sie sind ein einzigartiges Kultur- und Flächendenkmal der Aufklärungsepoche. Und zwar eines, das bis heute lebendig ist: als ein Ort des Lernens und Wohnens, als Schul- und Wissenschaftsstadt. Andererseits sind die Stiftungen auch ein Ort der jüngsten Zeitgeschichte, worauf der hallesche Theologe Helmut Obst verwies. Nämlich das Denkmal einer gelingenden Zusammenarbeit zwischen Ost und West, die vor 1989 begann - und der die Rettung der zu DDR-Zeiten fast aufgegebenen Stiftungen zu verdanken ist. Die Stunde des Welterbetitels wird auch die Stunde dieser Retter sein, der Wiederaufbauer und Nachwende-Pioniere.

Das einzige, was an dem Verfahren stört: Dass diese Stunde erst 2016 schlagen soll. Eigentlich könnte die Unesco-Kommission schon am Freitag den Titel eintüten und in die vorbildlich sanierten Stiftungen schicken. Aufschrift: Feiert schön!

Kontakt zum Autor:Christian Eger

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